Der 10-Punkte-Plan für ein nachhaltiges Einkaufen 2017

Neujahrsvorsatz
Neujahrsvorsatz: nachhaltiges Einkaufen

Das neue Jahr scharrt in den Startlöchern. Und viele von euch nehmen sich gerade fest vor, in Zukunft alles besser zu machen, endlich durchzuziehen, was ihr euch schon lange vorgenommen habt, oder dieses Mal aber WIRKLICH…(Passendes bitte einsetzen).

Gott sei Dank gibt es neben den großen Vorhaben aber auch viele kleine Dinge, die sich ganz einfach umsetzen lassen. Dennoch sind es oft Ideen, die wir schon x-mal gehört haben, aber erst beim 50. Mal beginnt es zu sickern und beim 101. Mal denken wir um. Manches kann man also nicht oft genug wiederkäuen.

In diesem Sinne präsentiere ich euch 10 Punkte, die die Welt ein bisschen besser machen, bzw. sogar sehr viel besser machen, wenn wir sie 2017 alle beim Lebensmitteleinkauf beherzigen. Schaffen wir das? Wir schaffen das!

1. Regional einkaufen I

Ihr habt einen Wochen- oder Bauernmarkt in der Nähe? Kennt einen Bauern, der ab Hof verkauft? Die Versuchung ist zwar groß, einfach alles was man braucht im Supermarkt ins Wagerl zu schmeißen, weil`s halt grad so praktisch ist, aaaber…eh schon wissen ;-). Plant am besten einen fixen Markttag ein, und nur, was ihr dort nicht bekommt, wird im Supermarkt gekauft.

2. Regional einkaufen II

Das Gute liegt so nah, und dennoch lohnt sich ein Blick auf`s Etikett, denn manchmal löst das große Verwunderung aus: nämlich dann, wenn mitten im steirischen Supermarkt die Äpfel aus Neuseeland sind, im Mostviertel chilenische Birnen verkauft werden oder die Petersilie aus Afrika importiert wird. Ein klarer Fall für facepalm und hands-off 🙂

3. Saisonal einkaufen

Jeden Tag frische Tomaten, auch im Winter. Erdbeertorte zum Geburtstag im Jänner. Heidelbeeren zum Frühstücksmüsli, egal zu welcher Jahreszeit… die Regel ist einfach: Don`t do it! Heimische Heidelbeeren gibt`s auch gefroren, Bio-Tomatenmark oder Passata im Glas tut`s auch, bzw. wer besonders motiviert ist, kocht Tomaten während der Saison ein und hat dann den ganzen Winter was davon.

4. Exotische Früchte: bio und fair

Bananen, Kiwis, Mandarinen… ganz darauf zu verzichten können sich wahrscheinlich die wenigsten vorstellen. Und wenn einem die Äpfel und Birnen gefühlt schon aus den Ohren wachsen, kauft man auch mal eine Mango oder eine Ananas. Um das Gewissen zu beruhigen aber nur in Bio-Qualität und möglichst aus fairem Handel. Und das wichtigste: selten. Dann freut man sich auch umso mehr über die Avocado am Brot.

5. Unverpacktes Obst und Gemüse

Kennt ihr das? Da möchte man Moussaka machen, steht im Supermarkt und hat die Wahl zwischen unverpackten konventionellen Melanzani und in Plastik gewickelte Bio-Melanzani. Für mich wie eine Entscheidung zwischen Pest und Cholera. Angeblich ist dies notwendig, damit die Bio-Waren bei der Zwischenlagerung nicht mit der konventionellen Ware verwechselt wird. Während ich früher in dem Fall nicht so recht wusste, für welche Variante ich mich entscheiden soll, ist meine Strategie mittlerweile ganz einfach: ich kaufe die Melanzani gar nicht. Sondern die unverpackte Bio-Zucchini. Schmeckt auch. Und ein bisschen Flexibilität in der Küche trainiert das Hirn.

6. Wiederverwendbare Verpackungen verwenden

Immer genügend Stofftaschen dabei haben, Netz- statt Obstsackerl verwenden und Schafskäse, Fleisch, Oliven, Himbeeren & Co. am Markt in mitgebrachte Dosen oder Schraubgläser abfüllen lassen – am besten alles griffbereit bei der Garderobe hängen lassen, dann kommt ihr gar nicht mehr in die Verlegenheit, dass ihr darauf vergesst.

7. Fleisch: ein seltenes Vergnügen in bester Qualität

Bei hochqualitativem Fleisch stöhnen ja viele über den Preis. Während der Unterschied zwischen Bio-Salat und konventionellem Salat vernachlässigbar ist, tut`s bei Fleisch manchen schon weh. Aber Leute, ganz ehrlich: es wird ohnehin viel zu viel Fleisch gegessen. Daher lieber maximal 1x pro Woche Fleisch kaufen, aber dafür gutes. Ist besser für euch, für die Umwelt und für die Tiere sowieso. Und am Ende günstiger als jeden Tag billiges Fleisch zu essen.

8. kein Palmöl

Vom Aufback-Kipferl über Schokolade bis zur Fertigpizza: ein Großteil der Produkte im Supermarkt enthält „pflanzliche Fette“, sprich: zumeist Palmöl, weil dieses sich billig produzieren lässt und neutral schmeckt. Entsprechend braucht es riesige Monokulturen, um die Lebensmittel- und Kosmetikbranche damit zu versorgen, was ganze Landstriche zerstört. Ja, es gibt auch nachhaltige, kleine Palmölbauern, doch es bedarf einiges an Recherchearbeit, um herauszufinden, wo einzelne Firmen ihr Palmöl beziehen. Also im Zweifelsfall nach dem Blick auf die Zutatenliste: nicht kaufen.

9. Take-away mit gutem Gewissen

Ihr wollt nicht immer selber kochen und holt euch auch mal gern was vom Vietnamesen? Packt einfach eine Edelstahlbox oder sonstigen verschließbaren Behälter ein – normalerweise wird es kein Problem sein, euch eure Pho in ein Schraubglas oder ähnliches abfüllen zu lassen.

10. Nicht zu streng zu sich sein

Ihr habt gegen Punkt 1-9 verstoßen? Verzeiht euch selbst – und genießt trotzdem! Bei mir hat es letztendlich Jahre gedauert, bis ich es geschafft habe, all diese Dinge zu verinnerlichen. Manche passieren mittlerweile automatisiert, bei manchem (wie z.B. bei Punkt 9) hapert es auch bei mir noch. Das Wichtige ist, dass zunächst Bewusstsein geschaffen wird, und man sich im Klaren darüber ist, was man gerade kauft. Wenn wir WISSEN, dass wir gerade einen Schmarren gekauft haben, ist schon ein großer Schritt getan – und die Chance gut, dass wir das Teil bei der nächsten Gelegenheit doch wieder zurücklegen.

Und weil ihr sicher noch jede Menge gute Ideen und interessante Überlegungen zu dem Thema habt: immer raus damit! Ich freue mich über eure Kommentare!

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