Der Mythos vom Entgiften, Entschlacken und Entsäuern – und warum du trotzdem GENAU JETZT damit anfangen solltest

Entschlacken richtig gemacht!

 

Hört ein Schulmediziner das Wort „Übersäuerung“, stellt`s ihm meist gleich die Nackenhaare auf. Die Wissenschaftlerin schüttelt den klugen Kopf über vermeintliche Schlacken, die sich angeblich in unser aller Körper befinden sollen. Und in unzähligen Artikeln wird sich mit vor Entrüstung bebenden Nasenflügeln über die Sinnlosigkeit von Detox & Co. echauffiert.

Trotzdem gibt es einen recht beträchtlichen Haufen von Leuten, die offenbar voll auf das Entgiftungsding abfahren.

Wie kommt`s denn nun zu der Diskrepanz?

Ich sag nur ein Wort. Begrifflichkeiten. Okay, wahrscheinlich geht`s in vielen Fällen auch um Befindlichkeiten einzelner Individuen, wird doch das Thema ähnlich emotional mit Tendenzen ins Aggressive abgehandelt wie sonst nur Impf-, Homöopathie- und Rapid-oder-Austria-Debatten.

Aber zurück zu den Begrifflichkeiten. Fangen wir mal mit den Fakten an. Aus medizinisch-wissenschaftlicher Sicht gibt es keine Anlagerungen von Stoffwechselprodukten, sogenannte Schlacken, die im Körper verbleiben, Darmwände verkleben und sonstige unlustige und -gustiöse Spompernadeln treiben. Aus medizinisch-wissenschaftlicher Sicht bedeutet Übersäuerung, dass der PH-Wert des Blutes in einen sauren Bereich rutscht – und da gehst du schneller ex als du bis zehn zählen kannst. Daher lässt der Körper eine Übersäuerung überhaupt nicht zu und hält das Blut permament im basischen Bereich. Und aus medizinisch-wissenschaftlicher Sicht müssen wir uns auch nicht aktiv entgiften – denn würde sich unser Körper nicht ohnehin fortwährend täglich selbst ganz ohne unser Zutun entgiften, wären wir aus Sicht eines Arztes auch ziemlich bald hinig. Und der muss es ja wissen. Denn das mit den Todesfeststellungen haben die Ärzte üblicherweise schon drauf.

Nachdem die Entgiftungs- und Entsäuerungswilligen meist aber nicht hinig sind, sondern höchst lebendig, liegt der Schluss nahe: entgiften, entsäuern, entschlacken – alles Unsinn, weil es ja keine Gifte, Schlacken und Übersäuerung im Körper gibt. Auch ein aus medizinisch-wissenschaftlicher Sicht „echter“ Vitaminmangel ist etwas, was heutzutage bei einem gesunden Menschen eigentlich nicht mehr vorkommt – zu groß ist die Verfügbarkeit einer großen Palette an Nahrungsmitteln, das ganze Jahr über. Der Seemann, dem die Zähne ausfallen, weil er über Monate nur vergammeltes Trockenfleisch, schimmliges Brot und Rum zu sich genommen hat, ist selten geworden. Ebenso die arme Feldarbeiterfamilie, die sich den Winter über ausschließlich von Kartoffeln, Mehlsuppe und Maisbrei ernährt und für die ein unter allen Familienmitgliedern geteilter Apfel das kulinarische Highlight der Woche ist. DIESE Art von Vitaminmangel bringt man heutzutage als gesunder Mensch wahrscheinlich wirklich schwer zusammen, außer man bemüht sich wirklich sehr und isst von morgens bis abends nur junk food.

Gleichzeitig wird es wohl keinen Arzt der Welt geben (zumindest keinen guten…), der nicht folgenden Aussagen zustimmen würde:

  • Gesunde Ernährung ist besser als ungesunde Ernährung
  • gute Luft ist besser als schlechte Luft
  • basenbildende Lebensmittel sind besser als säurebildende Lebensmittel
  • Nicht-Rauchen ist besser als Rauchen
  • frisch gekocht ist besser als fast food
  • naturbelassene Nahrung ist besser als industriell verarbeitete Nahrung
  • keine Pestizide im Obst sind besser als Pestizide im Obst
  • ein artgerecht gehaltenes Tier ist besser als ein mit Antibiotika vollgepumptes Masttier aus Massentierhaltung
  • eine intakte Umwelt ist besser als eine verschmutzte Umwelt
  • schadstofffreie Cremes sind besser als schadstoffbelastete Cremes
  • ein gesunder Fisch ist besser als einen mit Schwermetallen und Mikroplastik verseuchter Fisch
  • Bewegung ist besser als keine Bewegung
  • et cetera

Um ehrlich zu sein musst du dafür ja nicht einmal einen Arzt fragen. Auch keine Ärztin. Sondern nur deinen Hausverstand.

Auch wird dir kein Arzt der Welt sagen (zumindest kein guter):

  • Iss was du willst – es ist eh wurscht, weil dein Körper sich von ganz allein entgiftet
  • Hau dir billiges und verarbeitetes Fleisch in Massen rein, ebenso gespritztes, überzüchtetes und unreif geerntetes Obst und Gemüse
  • Im Wald spazieren zu gehen brauchst du nicht, unser Körper hat sowieso schon gelernt mit den Schadstoffen in der Luft umzugehen
  • Benutze viel Zucker, Salz, Alkohol, Fett und möglichst auch noch künstliche Geschmacksverstärker, weil du kannst eh darauf vertrauen dass deine Leber das alles problemlos händelt
  • Rauche wie ein Schlot, benutze Kosmetik mit hormonell wirksamen Inhaltsstoffen und iss viel Convenience Food – dein Körper entledigt sich ohnehin von selbst jeglicher Schadstoffe
  • et cetera

Ihr wisst, worauf ich hinaus will? Auf der einen Seite wird vielleicht etwas viel geschwurbelt, auf der anderen Seite vielleicht etwas viel gefachsimpelt – aber letztendlich meinen wir doch alle dasselbe, oder? Über unsere Haut, die Atemluft und unsere Ernährung gelangen ständig Stoffe in unseren Körper, die sich negativ auf unseren Organismus auswirken und ihn sehr fordern – ob man diese Stoffe nun Gifte nennt oder nicht. Vieles davon kann man durch seinen eigenen Lebenswandel positiv beeinflussen, manchen Stoffen sind wir aber mehr oder weniger ausgeliefert (wie z.B. Schwermetallen).

Nachdem die meisten der oben angesprochenen Entgiftungs- und Entsäuerungswilligen keinen Abschluss an der Medizinuni oder einen Doktortitel der Ernährungswissenschaften mit sich herumtragen, ist es denen herzlich wurscht, ob es nun im wortwörtlichen und medizinisch-wissenschaftlichen Sinne Schlacken gibt – solange sie sich mit dem Vorgang des umgangssprachlichen „Entschlackens“ wohlfühlen.

Anstatt uns also in ewigen Schlagabtäuschen darüber zu ergießen, ob es nun Entschlackung, Entgiftung, Entsäuerung oder sonst wie heißt, können wir uns doch einfach darauf einigen, dass es durchaus sinnvoll ist, bedenkliche, gesundheitsabträgliche Stoffe zu vermeiden und stattdessen der Gesundheit förderliche Nährstoffe zuzuführen. Idealerweise natürlich soweit es geht das ganze Jahr über durch eine gesunde Lebensführung. Aber so ein „Durchputz“ einmal pro Jahr, bei dem mithilfe einer ganz bewussten Intensivkur unsere Organe wie Leber, Nieren und Haut mal ordentlich durchgespült werden, tut auch ganz schön gut. Quasi ein Reboot für unseren Körper.

Lasst uns also nicht mehr über die Begrifflichkeiten streiten. Ich persönlich empfinde den Begriff „Entgiftungskur“ nicht nur aus oben genannten Gründen etwas unglücklich gewählt, sondern er klingt mir auch zu gruselig… vielleicht sollten wir uns einfach gemeinsam einen besseren, positiv klingenden Begriff überlegen? Sowas wie „Entlastungskur“???

Und gerade jetzt, Anfang März ist der ideale Zeitpunkt für so einen „Frühjahrsputz“. Nach einem langen Winter sind unsere Speicher meist leer (angefangen von Vit.D aufgrund der mangelnden Sonneneinstrahlung bis zu Vit. K2 und Kalzium). Über den Winter hatten wir wenig Auswahl an regionalem, frischen Gemüse und mussten auf eingelagertes oder von weit her gereistes, im Glashaus gezüchtetes und meist unreif geerntetes Obst zurückgreifen, dessen Nährstoffgehalt entsprechend schon beträchtlich gesunken ist. Und es macht sich der „Schmerz der Leber“ bemerkbar: die Leber, die gute von schlechten Stoffen trennt, filtert, entsorgt bzw. einlagert, ist müde: es macht sich die typische Frühjahrsmüdigkeit breit. Wir sind erschöpft, stellen leicht depressive Tendenzen an uns fest und lechzen nach dem Frühlingsbeginn.

Laut TCM beginnt jetzt die „Holz-“ bzw. „Leberzeit“ – nach dem dritten abnehmenden Mond im Jahr macht es daher besonders viel Sinn, den Körper mindestens 1 Woche, besser noch bis zu 4 Wochen zu entlasten. Und wisst ihr, wann das heuer ist? Genau jetzt!

Ich habe daher beschlossen: ich starte mit meiner „Entlastungskur“ am Montag :-). Mein Mann ist ab nächster Woche fast 3 Wochen nicht zuhause, darum ist das besonders günstig 😀 (wie ich euch hier erzählt habe, fällt mir sowas nämlich mit ihm an meiner Seite etwas schwer).

Nutzt ihr bereits die Fastenzeit? Habt ihr auch Lust auf einen „Body Reboot“? Dann macht mit und folgt meinen Tipps auf Facebook! The time is NOW!

Ein Baby allein im Oman – ein Camping-Abenteuer

Baby in der Wüste im Oman

 

Huhu, ich bin 9 Monate alt und war vor kurzem allein mit dem Zelt im Oman unterwegs. Glaubt ihr mir nicht? Hier ist der Beweis!

Das da bin ich. Hier entspanne ich mich gerade am Lagerfeuer.

Camping-Baby: am Lagerfeuer

 

Es gibt hier richtig große Sandkisten, das glaubt ihr mir nie!

Baby in der Wüste, Oman

 

Manche Sandkisten haben sogar Wasser dabei.

Camping mit Baby am Strand, Oman

 

Nachts sieht`s hier oft so aus:

Palmen unter Sternenhimmel, Oman

 

 

Manchmal treffe ich auch Menschen. Die Omani sind sehr freundlich!

Omanische Männer und ein Baby

 

Ich seh gut aus mit dem Turban, gell?

Baby und Omani in der Wüste

 

Alle wollen sie Bilder und Selfies mit mir machen…

Baby und Omani im Wadi

Omanische Kellner mit Baby

Selfie mit Baby, Oman

…und die Mädels stehen irgendwie auf mich 😉

Omanische Mädchen

 

Ich such mir immer ganz besonders schöne Zeltplätze aus.

Zeltplatz unter Sternen und Palmen, Oman

Bienenkorbgräber, Reisen im Oman

Bienenkorbgräber im Oman

trockenes Wadi, Oman

Zelt in der Wüste

Gebirge im Oman

Baby am Strand, Masirah, Oman

Wadi Bani Khalid, Oman

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Plätze mit Wasser taugen mir sehr, ich geh nämlich gerne baden.

Baby im Wasser, Wadi Bani Khalid, Oman

 

Zwischendurch kann man auch mal aus einer Ananas rutschen. Leider bin ich dafür noch etwas zu klein.

Ananasrutcshe, Muscat, Oman

 

Dafür haben mich die Rennkamele am Kamelmarkt sehr interessiert, ich stehe aber noch in Verhandlungen mit dem Verkäufer.

Baby auf Kamelmarkt, Al Ain, UAE

 

Spielplatz in der Wüste. Find ich gut.

Spielplatz in der Wüste

 

Da sind mir die Windeln ausgegangen.

Baby im Supermarkt

 

Aber am liebsten ist es mir sowieso, wenn ich gar keine Windel brauche.

Kind am Strand im Oman, Insel Masirah

Küste Masirah, Oman

Zum Schluss verrate ich euch noch was Witziges: Im Oman werden überall Autobahnen gebaut. Sogar für Kamele!

Kamele auf der Straße, Oman

 

PS: Ich muss euch etwas gestehen: Ich hab ein bisschen geschwindelt. So ganz allein war ich nämlich doch nicht… ❤ Danke Mama und Papa, dass ich mit euch auf Abenteuerreise gehen durfte! ❤auf Masirah am Strand, Oman

Mama-Gruppen auf Facebook ODER Warum ich mich manchmal wie eine Rabenmutter fühle

Frau mit Baby im Schnee

Als frischgebackene und unerfahrene Mama kann man bei der Lektüre diverser Gruppendiskussionen auf Facebook einerseits viel lernen, andererseits aber auch verschiedene Stadien der Verunsicherung durchleben, gipfelnd in der Entwicklung einer ausgewachsenen Depression aufgrund der eigenen mütterlichen Unzulänglichkeit oder wahlweise eines perfektionistischen Wahns mit sehr wahrscheinlich anschließendem Burn-Out. Plötzlich kann man so vieles falsch machen, worüber man vorher gar nie nachgedacht hat. Auf einmal lauert das Risiko für das eigene Kind hinter jeder Ecke. Alles, wovon man zuvor dachte, dass man es ganz ordentlich meistere, kann man doch noch viel besser machen. Und wenn du bis zu diesem Zeitpunkt dachtest, du wärst eine gute Mutter, beschleicht dich während der Diskussion darüber, warum nur Holzbesteck das Wahre für die Kleinen ist, der Verdacht, dass vielleicht doch eine kleine Rabenmutter in dir steckt…

Während ich also eigentlich – recht unbedarft und ohne Böses zu denken – einfach nur vom Schwarmwissen über Stoffwindeln, Baby-led Weaning, Windelfrei sowie babygeeignete Reisen und Rezepte profitieren wollte, überfällt mich nun plötzlich das schlechte Gewissen, wenn ich mal anstatt frischen Dinkel zu mahlen zum stinknormalen Weizenmehl greife, um Babys Frühstückswaffeln zu backen.

Wenn ich daran denke, dass mein Baby im Flugzeug keinen eigenen Sitzplatz hatte, sondern bei mir am Schoß gesessen ist, steigt mir gleich die Grausbirne auf: könnte der Beckengurt doch im Falle einer Vollbremsung des Flugzeuges dafür sorgen, dass man statt einem Kind plötzlich zwei halbe Kinder hat. Statt dem Beckengurt die Babytrage zu benutzen, führt bei eben genannter Vollbremsung übrigens zum Genickbruch. Spiele ich diesen Gedanken konsequent weiter, komme ich zu dem Schluss, dass ich mein Baby in den letzten Monaten schon zigmal höchster Gefahr ausgesetzt habe, denn unzählige Male sind wir frohen Mutes U-Bahn oder Zug gefahren – ganz ohne eigens mitgebrachtem Hochsicherheitsgurtsystem samt Autositz, obwohl auch in Zügen jederzeit mit Vollbremsungen zu rechnen ist, wodurch ein fröhlich am Boden spielendes, vergnügt am Schoß wippendes oder friedlich auf der Bank schlafendes Baby unweigerlich auf der gegenüberliegenden Abteilwand picken würde.

Aber apropos Autositz: ich bekenne mich schuldig, keinen Reboarder zu besitzen. Sondern einen gewöhnlichen Autositz. Was selbstverständlich komplett unverantwortlich ist.

Außerdem habe ich gelernt, dass ich das, was ich zuhause in der Küche mache, offenbar fälschlicherweise als „frisch kochen“ bezeichnet habe – da bei mir die Tomaten für die Sauce zu den Hirse-Bällchen üblicherweise nicht stundenlang über dem händisch angefachten Feuer simmern, sondern auch mal aus der Dose oder aus dem Glas kommen. Hatigucki aber auch!

Verschämt stelle ich auch fest, dass mein Baby wohl nicht so gesund ernährt wird wie ich dachte. Bekommt der Schnurbel zuhause zwar zuckerfreie und salzarme Biokost, durfte auswärts jedoch schon mal bei einem Eisbecher und einem Frangipani-Pudding kosten, obwohl der einhellige Tenor der allgemeinen Müttergemeinschaft zu sein scheint, jeglichen Zuckerkonsum vor dem 27. Geburtstag des Kindes strikt zu vermeiden. Und die Niere meines Babys ist jetzt wohl auch hin, aber das Meeresfrüchterisotto letztens beim Italiener hat ihm halt so gut geschmeckt…

Wurscht, denn was die Ernährung angeht ist ohnehin schon Hopfen und Malz verloren, denn mein Baby bekommt auch Ei und Milchprodukte. Und die sind bekanntlich böse.

Übrigens hat mein Baby ein viel höheres Risiko zu ersticken, da es in den ersten Wochen der Beikosteinführung Brei gegessen hat. Und offenbar führt die Umstellung von Brei auf festere Nahrung häufiger zum Verschlucken, als wenn das Kind von vornherein breifrei gegessen  und somit von Anfang an gelernt hätte, mit festeren Konsistenzen umzugehen. Abgesehen davon habe ich dadurch meinem Kind 4-6 Wochen experimentierendes Gatschen im Essen verwehrt, wodurch ich wahrscheinlich seine sensomotorische Entwicklung behindert habe. Tatsächlich isst mein Baby mittlerweile auch viel Fingerfood, aber richtig selbstbestimmt ist das natürlich nicht, denn er kriegt auch heute noch manchmal Brei gefüttert (als wäre dieser Umstand nicht schlimm genug: auch noch mit einem PLASTIKlöffel!!!). Logischerweise ist es nämlich nur dann richtig, wenn man zuerst einen Brei macht, den danach wahlweise zu Pancakes, Muffins, Stangerl oder Keksen bäckt und das Baby anschließend selbstständig verspeisen lässt. Oder so. Unser Schnurbel hingegen wird wahrscheinlich ewig brauchen, bis er selbstständig mit dem Löffel essen kann (und zwar sicher ein paar Monate länger als „echte“ BLW-Babys, was natürlich ein Wahnsinn ist bei einem Kleinkind).

Mit der Sensomotorik liegt es aber ohnehin schon im Argen, weil ich mein Kind manchmal hinsetze, obwohl es noch nicht von selbst in die Sitzposition kommt. Da kann ich schon mal anfangen, das Geld für die spätere Physiotherapie auf die Seite zu legen.

Ein Wunder überhaupt, dass die Wirbelsäule des Kleinen noch nicht kaputt ist, denn nach 6 Monaten Babytrage (und einen Bandscheibenvorfall meinerseits später) sind wir auf einen Buggy umgestiegen – der bekanntermaßen ganz mies gefedert ist.

Angesichts der Tatsache, dass ich mein Baby im ersten halben Jahr nicht 24/7 am Körper getragen habe, sondern es von Anfang an immer wieder im Stubenwagen oder auf einer Decke quasi mutterseelenallein sich selbst überlassen habe, gesellt sich zu diesem physischen wahrscheinlich auch noch ein ausgewachsener emotionaler Schaden.

Mit der emotionalen Bindung zu meinem Kind ist es höchstwahrscheinlich sowieso nicht so weit her: wäre ich nämlich eine wirklich feinfühlige Mutter, würde ich mein Kind nicht nur tagsüber ab und zu abhalten, sondern selbstverständlich auch nachts während des Schlafens sofort die Signale meines Babys erkennen und rechtzeitig eine leere Saftflasche bereithalten, in die der Kleine pieseln kann – natürlich ohne dass dabei seine Nachtruhe wesentlich gestört würde.

Fazit: Ich bin wohl doch eine Rabenmutter….

So. Wer outet sich noch? 😉

PS: Ihr lieben, herzensguten Mamis da draußen! Bitte bitte nicht böse sein, und den Text mit einem Augenzwinkern lesen. Ich finde Reboarder ganz großartig, ganz ehrlich. Und die Welt braucht viel mehr Eltern, die ihre Kinder gesund ernähren, bedürfnisorientiert begleiten und im Flieger nicht zweiteilen lassen wollen. Ich bewundere euch dafür, dass ihr bei BLW so viel Vertrauen in die Fähigkeiten eures Babys setzt, und dass ihr „windelfrei“ im wahrsten Sinne des Wortes durchzieht, vor allem nachts – wie schafft ihr das nur??

Ich gehöre selbst zu den Stangerl- und Laibchen-Bäckerinnen und Stoffwindelwäscherinnen; wenn mein Rücken es zugelassen hätte, hätte unser Schnurbel wahrscheinlich bis heute keinen Buggy von innen gesehen. Und würde der Kleine seine von der Cousine „geerbten“ Silikonlöffel nicht so lieben, hätten wir hier garantiert auch irgendein Kokosfaser-Maisstärke-Öko-Besteck rumliegen – so gesehen persifliere ich hier durchaus auch mich selbst, plädiere aber gleichzeitig für mehr Entspanntheit: wir können nicht immer perfekt sein. Wir können nicht alles richtig machen. Wir können auch nicht jedes Risiko oder jede negative Erfahrung von unseren Kindern fernhalten. Jede von uns muss selbst für sich abschätzen, wie sie Nutzen gegenüber Risiko abwägt. Und wir sollten nicht jedes Wort und jede Tat in die Waagschale legen, weil wir uns ständig davor fürchten, unseren Kindern zu schaden – die Kleinen sind viel resilienter, als wir oft denken!

❤ Ihr seid alle ganz wunderbar! ❤ (aber manchmal kann es einen ganz schön unter Stress setzen, WIE wunderbar…)

Von der Faschingskugel zum Faschingskrapfen – eine Erfolgsstory

Faschingskrapfen

 

Mit den Faschingskrapfen ist das ja so eine Sache. Von der Tante über den Nachbarn bis zu Google – jeder weiß eine Mär des Grauens über das Backen in Fett zu berichten: da ist die Rede von öltriefenden Wänden, anschließend notwendigen Komplettsanierungen und verkohlten (im besten Falle) Töpfen oder (im schlechtesten Falle) Küchen. Überall lauern ungeahnte Gefahren in Form von urplötzlich meterhoch spritzendem Fett und explodierendem Backgut. Der oder die tapfere KrapfenbäckerIn kann sich ob des ihn oder sie umwehenden Backfett-Odeurs drei Tage nicht mehr unter andere Menschen wagen, und das Haar hat eine Ölkur hinter sich, da ist eine ayurvedische Massage nichts dagegen.

So gesehen ist das Ganze bei mir noch recht glimpflich verlaufen. Meinen ersten Versuch von vor ein paar Wochen (linkes Bild) würde ich zwar nicht gerade als flaumig-weiche Krapfen bezeichnen (eher als Munition), aber von den oben genannten Prophezeihungen ist auch damals schon keine eingetreten.

Was beim ersten Mal schiefgelaufen ist? Dieser Mist-Germteig wollte nicht aufgehen. Ob es die Hefebakterien einfach gerade nicht gefreut hat oder das Päckchen Trockenhefe schon zu viel Zeit im Küchenkasten verbracht hat – who knows?

Um sicher zu gehen, dass ich dieses Mal aktive Helferlein und keine Faulpelze erwische, habe ich gestern frischen Germ benutzt, so wie auch im Rezept der österreichischen Kochbibel „Die gute Küche“ vorgesehen. Und siehe da: die Faschingskrapfen sind gelungen!

Habt ihr schon mal selbst Krapfen gebacken?

REZEPT:

Dampfl: 30g Germ in 2 EL warmer Milch auflösen, mit 50g Mehl verrühren und an einem warmen Ort gehen lassen.

75g geschmolzene Butter mit 35g Staubzucker, 3 EL Milch, 1 Spritzer Rum, 1 EL Vanillezucker, 3 Eigelb, 1 Ei, 1 Prise Salz und etwas geriebener Zitronenschale verrühren. Die Masse mit dem Dampfl und 270g Mehl so lange schlagen, bis sich der Teig vom Rand löst. 16 Kugeln formen und etwas flach drücken. Nochmals zugedeckt an einem warmen Ort gehen lassen.

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Ca. 1 l Öl in einem großen, tiefen Topf erhitzen, Krapfen einlegen und ca. 3 Minuten zugedeckt backen, umdrehen und nochmals 3 Minuten ohne Deckel fertigbacken. Nach dem Auskühlen Marillenmarmelade mit dem Dressiersack in die Krapfen füllen. Mit Staubzucker bestreuen.

Biogemüse vs. Fertigpizza – so wirst du glücklich mit einem Partner, der ganz anders tickt als du

gesunde und ungesunde Nahrungsmittel

Wer kennt eine oder mehrere der folgenden Szenen?

  1. Während du das Mittagessen aus frisch vom Bauernmarkt geholten feinsten Ingredienzien zauberst, verspeist er genüßlich ein Packerl Gummibärli als Vorspeise.
  2. Dein typischer Einkaufskorb ist voller Obst, Gemüse und Vollwertkost. Seiner beinhaltet Weißbrot, Schinken, Cola, Chips (wahlweise Snips) und Tiefkühl-Marillenknödel.
  3. Er beschwert sich, dass du zuviel für Bio- und Fairtrade-Produkte ausgibst. Du hältst dagegen, dass er das Geld für wertloses Junkfood verschwendet.
  4. Du bestellst Rindfleisch beim Bauern, holst Reis im Verpackungsfrei-Laden und bist Mitglied bei einer foodcoop. Sein Lieblingsladen ist Hofer.
  5. Du achtest darauf, euer Baby gesund und zuckerfrei zu ernähren. Er teilt sein Twinni mit ihm.
  6. Wenn der schnelle Hunger kommt, machst du Wokgemüse. Er fährt mit dir zu McDonalds.
  7. Du gehst mit 5 Leinentaschen einkaufen. Er lässt sich überall ein Sackerl geben.
  8. Du wäschst und pflegst das Baby, dich selbst sowie die Wäsche und den Haushalt mit ökologisch abbaubaren Naturprodukten, die Haut und Umwelt schonen. Er liebt den Axe-Effect.
  9. Wenn du mit dem Baby aufstehst, wäschst du es, ziehst es ordentlich an, bäckst ihm ein paar frische Birnenmuspancakes zum Frühstück und röstest Haferflocken für euer Knuspermüsli mit Obst und home-made Joghurt. Wenn er mit dem Baby aufsteht, zieht er ihm – selbstverständlich ungewaschen – im Jänner den Sommerstrampler an und zu essen gibt`s: nix.
  10. Du vermeidest exzessiven Mediengebrauch vor dem Baby. Er checkt während dem Essen seine Emails, verpasst keine Folge von den Simpsons und schaut gerne Schirennen.

Kommt euch bekannt vor? Dann stelle ich euch hiermit meine individuellen Lösungsansätze für diese potentiellen Konfliktsituationen vor:

  1. Soll er doch. Du darfst aber eine schadenfrohe Bemerkung machen, wenn ihm hinterher schlecht ist.
  2. Achte darauf, die Snips selber aufzuessen, bevor er sie in die Finger bekommt. Eine Packung reicht nie für zwei.
  3. Kaufe weiterhin bio und fairtrade. Freu dich insgeheim darüber, dass ab und  zu Junkfood zuhause ist.
  4. Gegen Hofer spricht eigentlich eh nix.
  5. Mache lustige Faxen um das Baby abzulenken, tausche unbemerkt das Twinni gegen einen selbstgebackenen Bananenkeks aus und iss ersteres hinter Baby`s Rücken selbst.
  6. Bestell dir die Pommes. Die sind wirklich gut. Mit Sourcream, versteht sich von selbst. 1x im Monat wird dich nicht umbringen.
  7. Benutze die Sackerl als Müllsäcke.
  8. Liebe den Axe-Effect! 😉
  9. Freu dich, dass er dich ausschlafen lässt und kuschel dich noch 1-2 Stunden in die Federn. Wenn du ins Wohnzimmer kommst, spielt das Baby selbstvergessen auf einer Wolldecke vor dem Ofen und gluckst zufrieden. Es ist also offenbar weder die große Hungersnot ausgebrochen, noch ist das Kind im eigenen Dreck erstarrt oder zur Eissäule gefroren.
  10. Halte zu Marcel Hirscher und drücke Baby`s Daumen gleich mit. Schirennnen-Schauen zählt ohnehin nicht als Fernsehen – es gehört quasi zur österreichischen Volksbildung!

Zusammengefasst: willst du mit einem Partner glücklich sein, der ganz anders tickt als du, empfiehlt es sich, nicht besonders dogmatisch veranlagt zu sein. Bist du eher der missionarische Typ, lass solche Beziehungsversuche lieber bleiben. Ansonsten: entspannt euch und lernt voneinander.

Wie ist das bei euch zuhause? Wie „tickt“ euer Partner?

Baby an Bord – was beim Fliegen im Handgepäck dabei sein sollte

Baby Flugzeug

Im Flugzeug wünscht man sich beileibe kein plärrendes Baby – ohne Frage. Nicht nur wegen des eigenen Nervenkostüms, das man gerne für den folgenden Urlaub schonen möchte, sondern auch weil man mit dem Geschrei gegebenenfalls die anderen Passagiere beglückt. Wenn man nicht gerade Zenmeister ist, fällt es einem wahrscheinlich schwer, die genervten Blicke gelassen auszublenden und bissige Kommentare à la „Muss man dem Kind sowas antun!“ (übersetzt: „Das Kind ist mir sowas von wurscht – warum tun die MIR das an??“) lächelnd zu ignorieren.

Okay, okay. Ich bevorzuge es auch in friedlicher Stille meine Erdnüsse zu knuspern. Und wenn neben mir ein Baby sitzt, das eben das Krabbeln entdeckt hat und lautstark seinen Unmut darüber kundtut, das nicht jetzt; hier und sofort während des Starts zu demonstrieren, mache ich zugegebenermaßen auch keine Luftsprünge (und das nicht nur, weil mir das meine Hörigkeit dem über mir leuchtenden Anschnallzeichen gegenüber verbietet).

Dennoch habe ich in solchen Situationen tendenziell eher Mitleid mit den Eltern, die sichtlich immer nervöser werden und mit hochrotem Kopf versuchen den kleinen Schreihals wahlweise zu beruhigen, abzulenken, zu bespaßen oder mit Appellen an die kindliche Vernunft zur Räson zu bringen. Ich hingegen kann mich gemütlich zurücklehnen, das Schauspiel beobachten und zur Not die Kopfhörer zücken.

NOT! Denn dieses Mal sind wir diejenigen mit dem unter Umständen hochroten Kopf und dem Baby. Und ob sich das Schnübchen als friedlicher, allseits beliebter Fluggast entpuppt oder eher vom Passagiertypus „randalierender Rabauke“ ist, wird sich erst weisen.

Mit Baby im Flugzeug – so klappt`s (hoffentlich)

Vorbereitung heißt das Zauberwort. Damit oben geschildertes Szenario nicht eintritt, haben wir einige Dinge in petto, die den Kleinen, uns und unsere werten Mitreisenden bei Laune halten werden.

1. Positive Einstellung

Wer sagt eigentlich, dass ein Baby beim Fliegen anstrengend sein muss? Ich bin der Überzeugung, dass der Großteil der Babys und Kleinkinder Flüge ohne gröbere „Zwischenfälle“ übersteht – nur fallen die eben nicht auf.

Ihr habt ein entspanntes Baby zuhause? Dann geht einfach davon aus, dass das Kind im Flugzeug auch entspannt sein wird. Wer sich im Vorfeld schon Stress macht, geht nur das Risiko ein, das kleine Persönchen damit anzustecken.

2. Genug Zeit für die Vorbereitung

Beginnt schon Tage vorher langsam zu packen und euch innerlich bereit zu machen. Wer sich in allerletzter Minute abhetzt und sich das paartypische Prä-Abreise-Nervositäts-Hickhack gibt, wird in den seltensten Fällen mit einem tiefenentspannten Baby belohnt.

3. Her mit dem Busen!

Saugen, Nuckeln und Schlucken hilft beim Druckausgleich in den Ohren. Während des Starts und der Landung heißt also die Devise – wie man in meiner Heimat im Innergebirg so schön rustikal sagt: „Aussa mid de Depf!“

Wer nicht (mehr) stillt, greift zum Flascherl. Mit etwas Glück schlummert das Baby beim Trinken weg und legt gleich mal eine Runde Schlaf ein.

4. Meersalz-Nasenspray

Sollten Ohrenschmerzen auftreten, wirkt ein Nasenspray abschwellend und über die Nebenhöhlen auch entspannend auf die Ohren. Diese Maßnahme werde ich nicht von Vornherein, sondern nur im Akutfall setzen (sprich: wenn das Schnübchen eh schon heult). Er mag es nämlich gar nicht, wenn man an seiner Nase herumfuhrwerkt, und schreit dann erst recht wie am Spieß – womit eine eventuelle Präventivfunktion obsolet würde.

5. Ohrenschutz

In den ersten 4 Monaten wäre es unserem Mumperl herzlich egal gewesen, was rund um ihn passiert – der hat geschlafen, komme was wolle. Heute, mit 8 Monaten, sieht die Sache schon ganz anders aus. Damit er besser zur Ruhe findet und nicht vom Gepiepse, den Kapitänsdurchsagen und Speibgeräuschen des Nachbarn abgelenkt wird, ist ein geräuschdämmender Kopfhörer für Babys mit im Gepäck.

6. Spielzeug

Für den Flug haben wir ein paar kleine Secondhand-Spielsachen gekauft bzw. ausgeborgt, die unser Bübchen noch nicht kennt. Wird er unrund, so können wir also in unsere Trickkiste greifen und ein neues Wunderding hervorzaubern, das sicherlich zunächst einmal ausgiebigst begutachtet, abgelutscht und gegen das Tischchen geklopft werden muss.

7. Essen

Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben fertige Babygläschen gekauft, und bin ungelogen ratlos wie der Ochs vorm Tor in der entsprechenden Regalflucht gestanden. Ich war ziemlich verblüfft, was es da an originellen Zusammenstellungen gibt, und habe nach einer gefühlten Ewigkeit relativ wahllos nach irgendwas in dem Wildlachs-Hagebutten-Bolognese-Dinkelflocken-Wahnsinn gegriffen. Ich bin ja mal gespannt, wie es dem Kleinen schmeckt. Glücklicherweise sind wir mit einem Vielfraß gesegnet und bisher war er alles andere als heikel. Und da ich mir nicht sicher bin, inwiefern selbstgekochte Babynahrung mit an Bord darf, muss er da halt jetzt durch. Bei ausgewiesener Babykost gibt es keinerlei Beschränkungen bezüglich was und wieviel ins Handgepäck darf.

Wir haben also aufregendes unbekanntes Essen dabei, ein abwischbares langärmliges Lätzchen, den Trinklernbecher für Wasser und einen Babylöffel, der sich auch wunderbar als Spielzeug zum Drauf-Rumbeißen und Tief-in-den-Rachen-Schieben-bis-zum-Würgereflex (jaja, unser Schnurbel findet das offenbar interessant) eignet.

8. Windeln und so

Selbstverständlich sollte auch alles, was man  zum Wickeln und für eventuelle „Unfälle“ braucht, ausreichend dabei sein: Windeln, Feuchttücher, Wechselgewand, Mullwindeln und eine Wickelunterlage.

9. Babytrage(tuch)

Spätestens vor dem Einsteigen ins Flugzeug muss man den Buggy oder Kinderwagen abgeben. Ab diesem Punkt kann eine Babytrage  hilfreich sein, damit ihr mit eurem restlichen Krempel (von Handgepäck über Handtasche, Jacke, Schal und Duty-Free-Sackerln) noch zu Rande kommt. Auch wenn das Baby auf eurem Schoß einschläft, ist es angenehmer, wenn es seelig an euch gekuschelt im Tuch liegt – und ihr die Hände frei habt und jederzeit mal aufstehen könnt. Außerdem ist Getragen-Werden immer noch eines der besten Dinge, die ich kenne, um ein aufgeregtes Baby zu beruhigen – sollte der Trubel am Flughafen also zu groß sein: ab in die Trage.

10. Humor und Gelassenheit

Lachen und Weinen liegen bei Babys oft ganz nah beieinander. Meine noch recht frische Erfahrung als Mama bestätigt dies: unser Schnübchen macht nämlich im Falle von akuter Müdigkeit manchmal beides GLEICHZEITIG – ungelogen.

Sollte das Baby also mal weinen: ruhig bleiben, sich nicht um die anderen Passagiere kümmern und einfach euer Ding machen. Versucht so weit wie möglich so zu agieren, wie ihr es auch zuhause machen würdet.

Und auch wenn das Baby eben noch mit kaum zu überbietender Dramaturgie gebrüllt hat, dass ihr glaubt es wurde ihm mindestens ein Fuß abgesägt, peckt es sich im nächsten Moment unter Umständen schon wieder darüber ab, dass es überhaupt sowas wie einen Fuß hat. Oh nein, es kommt noch besser: sogar zwei! Und der Flug ist gerettet.