Gastbeitrag: Von Freude und Frust im Alltag eines Kindes – der Blick einer Ergotherapeutin auf ihr Baby

Da mir ein Blog – wie es scheint – nicht genug war, habe ich nun begonnen, auch als Die Ergotherapeutin meine Gedanken und Ideen mit euch zu teilen. Ich zeige euch heute hier meinen ersten Blogeintrag, sozusagen als Gastbeitrag bei mir selbst 😉 , und freue mich, wenn ich euch als Leser und Leserinnen meines zweiten Blogs gewinnen kann ❤

Von Freude und Frust im Alltag eines Kindes – der Blick einer Ergotherapeutin auf ihr Baby

Mein Baby ist momentan fast 11 Monate alt und schwerstens auf Entdeckungstour durch dieses Abenteuer namens Leben. Und die Welt reißt den Kleinen einerseits zu Begeisterungsstürmen hin, andererseits ist sie auch ein ewiger Quell von Frustration: ständig sind da Sachen, die man nicht haben darf. Dinge, die man tun will, aber noch nicht kann. Spannende Objekte, die man grade noch nicht erreicht. Türen, die aufgehen, sich aber gemeinerweise wieder schließen, bevor man es geschafft hat hindurch zu schauen. Spannende Geräusche hören plötzlich wieder auf. Irgendwas rollt weg. Etwas anderes lässt sich nicht verschieben. Das Sofa ist zu hoch um hinauf zu klettern. Das Steinchen muss man wieder ausspucken – dabei hat man sich so bemüht, es zu erwischen. Alles ist zu weit weg, zu schwierig und so verdammt wenig beeinflussbar. Keiner versteht was man sagen will. Und überhaupt. Es ist einfach ständig alles zum Plärren.

Aber wie groß ist der Stolz im Blick, wenn doch ein Ding der Begierde ergattert wurde und triumphierend damit gewachelt wird.

Bei Babys haben wir meist noch großes Verständnis dafür, dass die kleinen Dinge des Alltags sehr frustrierend sein können. Bei älteren Kindern setzen wir aber schon mehr Frustrationstoleranz voraus – die Gleichaltrigen können das ja auch! Oder nicht?

Kindern in der Ergotherapie geht es in Wirklichkeit oft gleich wie meinem Baby. Sie wollen, können aber nicht. Die Finger sind zu ungeschickt, die eigenen Füße im Weg, im Gehirn ist zuviel los, sie können sich häufig schwer ausdrücken und es prasseln einfach zu viele Reize und Anforderungen auf sie ein. Und wir Erwachsenen werden dann leicht ungeduldig. Mach schneller. Stell dich nicht so an. Ist doch ganz einfach. Trödel nicht.

Kann man es den Kindern dann verdenken, dass sie irgendwann nicht mehr nur nicht können, sondern auch gar nicht mehr wollen?
Daran erinnert mich mein Baby in letzter Zeit. Mit dem Unterschied, dass mein Baby deutlich mehr Erfolgs- als Misserfolgserlebnisse hat und daher motiviert ist, dranzubleiben – was bei vielen Kindern in der Ergotherapie aber nicht der Fall ist. Meiner Erfahrung nach trödeln die wenigsten Kinder um uns zu ärgern, verweigern um uns zu provozieren, oder bocken um uns den letzten Nerv zu rauben. Sondern sie sind schlicht und einfach überfordert.
Daher geht es bei vielen Kindern in der Ergotherapie anfangs, bevor man sich überhaupt den therapeutisch-funktionellen Themen widmen kann, um ganz grundlegende Dinge: es zumindest einmal versuchen. Dabei bleiben. Es wieder versuchen. Sich selbst als wirksam erleben. Etwas erreichen können. Zeit und Raum haben, um sich auszuprobieren. Einfach wieder Spaß am Tun haben – unabhängig vom Ergebnis. Sich mutig und zuversichtlich der Herausforderung stellen.
Ist das einmal geschafft, kommt vieles in Wirklichkeit wieder von allein. Denn jedes Kind möchte sich von Natur aus weiterentwickeln und dazulernen. Und wir sind dazu da, sie dabei zu begleiten und so viel zu helfen wie nötig – aber so wenig wie möglich.

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Warum der Kauf einer Creme auch ein politisches Statement sein kann – lasst uns gemeinsam einen Unterschied machen!

RINGANA-Seife handgeschöpft, handgeschnitten

 

Wart ihr auch mal 20, habt gern T-Shirts mit kernigen Sprüchen getragen, wolltet Teil einer Jugendbewegung sein und habt euresgleichen an ihren Adidas-Jacken, vorzugsweise aus den 70-ern, erkannt? An den Dreadlocks hat man schon von weitem gesehen, dass ihr sozial engagiert seid, ihr wurdet ständig von Greenpeace-, Vier Pfoten- und Amnesty International-Typen auf der Straße angesprochen, weil ihr schon so ausgesehen habt, als würdet ihr nicht nein sagen können (und ihr habt auch nicht nein gesagt)?

Je nach Geburtsdekade hat das bei der einen oder dem anderen wohl entsprechend anders ausgesehen, unter all den unterschiedlichen Looks wird es aber ähnlich gewesen sein: mit 20 sprüht einem der Idealismus grad nur so aus den Ohren, auf Demonstrationen hat man noch das Gefühl man könne die Welt verändern und man glaubt, wirklich etwas zu bewirken.

Im Laufe der Zeit, wenn man sich im Park nicht mehr auf ein paar Bier trifft, sondern zum Tabouleh- und Spargel-auf-Frühlingsvinaigrette-Essen, geht dieses Gefühl irgendwo zwischen Vögelchen auf Hochzeitseinladungen, unter dem neuen Mac-Book oder am Brunchbuffet verloren.

Je länger man auf diesem Planeten wandelt, sieht man nämlich Dinge. Man sieht, dass Müllentsorgung in Indien bedeutet, alles aus dem Zugfenster oder über Bord zu schmeißen. Und dann darf man nicht anfangen zu überlegen, wie groß Indien ist. Und wieviele Inder es gibt. Und wie wenige Menschen, die in Lebensumständen leben, die es ihnen ermöglichen überhaupt erst zu überlegen, ob der Joghurtbecher nun in die gelbe Tonne gehört oder doch woanders rein. Man sieht, dass Lämmchen in Südostasion, an den Hinterbeinen zusammengebunden, kopfüber mit dem Moped transportiert werden. Was für ein Foto gut, fürs Herz aber schlecht ist. Man sieht den Smog in Addis Abeba und stinkende Abgaswolken in Bangkok. Und fragt sich, was die paar Elektroautos ernsthaft bringen sollen. Man sieht Kinderarbeit. Und Familien, die auf die Arbeit dieser Kinder angewiesen sind. Und bekommt Angst, ganze Dörfer in Existenznöte gestürzt zu haben, weil man seine T-Shirts nicht „made in Bangladesh“ sondern bio aus dem Waldviertel gekauft hat. Man sieht wie billige Plastikartikel die Märkte überall auf der Welt überfluten. Man sieht eben dieses Plastik neben sich im Meer schwimmen, muss es am Strand zur Seite räumen um Platz für sein Badetuch zu schaffen und es leuchtet einem bunt aus einst idyllischen Bergflusstälern entgegen. Und plötzlich kommt einem die eigene Freude, als man mit einem Bambus- statt einem Plastikkochlöffel nach Hause gekommen ist, richtiggehend lächerlich vor. Man sieht riesige Schlote von großen osteuropäischen Fabriken, die schwarze Wolken in die Luft blasen. Und überlegt sich das mit der solarbetriebenen Warmwasseranlage nochmal.

Aber man muss, um sich mal so richtig schön desillusionieren zu lassen, nicht mal so weit in die Ferne schweifen. Denn wenn die Nachbarn die Küchenabfälle zwar brav sammeln, dann aber aus Faulheit samt Plastiksackerl in die Biotonne werfen, du immer wieder Dosen aus dem Altpapiercontainer fischst und du siehst, welchen Schmarren an angeblichen „Lebensmitteln“ die Menschen in ihrem Einkaufswagen liegen haben, während du dich bemüht hast zu möglichst wenig verpackten Bio- und Fairtrade-Produkten zu greifen, ja, dann kann man sich schon einmal wie der Trottel vom Dienst fühlen.

Und dann kommen noch die Dinge dazu, die man nicht sieht – aber weiß. Man weiß von den mächtigen Großkonzernen, die den Weltmarkt beherrschen. Man bekommt in den Nachrichten zumindest einen kleinen Eindruck davon, wie es in der „echten“ Welt da draußen – außerhalb unserer hübschen kleinen mitteleuropäischen Wohlstandsblase – zugeht. Man beobachtet das Rumgeeiere in der Innenpolitik, obwohl man vor lauter facepalm schon gar nicht mehr hinschauen mag.

Kein Wunder, dass man irgendwann mal seinen jugendlichen Elan verliert und einen ordentlichen Durchhänger in Sachen Weltverbesserung hat.

Ganz ehrlich: so um Mitte 20 rum hab ich eher hedonistisch gelebt. Mir war das alles ziemlich wurscht. Politik wurscht, gesunde Ernährung wurscht, Umwelt wurscht. Beziehungsweise: mir war gar nicht bewusst, dass mir das alles wurscht war, aber ich hab mich einfach lange Zeit kaum mit diesen Themen auseinandergesetzt. Und das, obwohl ich schon als Kind „Helft Wasser sparen“-Sticker auf Klospülungen gepickt habe. Meine selbstgemalten Plakate zum Thema „Rettet den Wald“ zierten unsere Wände. Und das fünfjährige Ich fragte meine Mutter vorm Fernsehapparat verwundert, warum die hungernden Kinder in Äthiopien nicht einfach mit dem Flugzeug zu uns kommen, weil wir ja eh so viel haben.

Ich weiß nicht, was das ist, wenn Idealismus plötzlich in Gleichgültigkeit umschlägt. Wahrscheinlich habe ich, als mein naiv-kindlicher Zugang verloren ging, die Komplexität all dieser Themen einfach nicht mehr ausgehalten. Und als ich endlich „groß“ war, hat mich die Frage, welche Rolle ich als einzelner Mensch in all diesem Wahnsinn überhaupt spielen kann, einfach überfordert.

Aber soll ich euch was sagen? Wenn einem diese Themen tief drinnen wichtig sind, kommen sie wieder. Und langsam, laaangsam, in einem Prozess, der in meinem Fall vor vielen Jahren begonnen hat und wahrscheinlich bis an mein Lebensende dauern wird, findet man seinen Weg zurück zu seinen idealistischen Werten – und lebt sie in einer für sich realistischen Weise. Das heißt: nicht perfekt. Nicht dogmatisch. Nicht in Selbstgeißelung und totaler Aufopferung. Sondern man tut das, was man kann und wozu man gerne bereit ist. Man wird nicht die Welt aus den Angeln heben. Aber man kann bei sich im Kleinen anfangen, und damit seinen Beitrag leisten.

Und tatsächlich gibt es etwas, womit JEDER von uns ein machtvolles Mittel in der Hand hat. Wir können wählen. Ja, wir können Politiker und Parteien wählen (und das sollten wir alle, auch wenn es mitunter eine Entscheidung zwischen Pest und Cholera ist), aber das ist gar nicht das, was ich meine. Ich spreche von all den kleinen Wahlen, die wir täglich treffen: unsere Kaufentscheidungen.

Was wir liegen lassen und was wir mitnehmen, sendet ein Signal an „die da oben“ und wirkt sich langfristig auf das Angebot aus. So deppert das vielleicht wirklich im ersten Moment klingt: wir setzen sogar ein Statement, indem wir uns für eine bestimmte Creme entscheiden. Denn was drücken wir damit aus? Wir drücken damit aus, ob wir lieber wenig Geld ausgeben und dafür in Kauf nehmen, dieses Geld ausbeuterischen Großkonzernen in den Rachen zu werfen, oder ob wir bereit sind mehr auszugeben, und damit eine Marke zu unterstützen, die die Region stärkt und regionale Arbeitsplätze schafft. Durch die Entscheidung für eine Creme zeigen wir, ob uns Umweltschutz und Nachhaltigkeit am Herzen liegen. Welches Produkt bei uns im Bad steht, wirkt sich darauf aus, ob irgendwo auf der Welt jemand fair für seine Arbeit bezahlt wird oder nicht. Mit unserer Creme unterstützen wir unbewusst Tierleid oder wehren uns aktiv gegen Tierversuche. Wir schmieren uns nicht nur das Gesicht ein, sondern wir leisten damit auch einen Beitrag zu sozialen Projekten, zur Inklusion behinderter Menschen und zu Entwicklungsshilfe – oder eben nicht. Und nicht zuletzt zeigen wir mit der Wahl unserer Creme auch, ob wir weiterhin hinnehmen wollen, dass für unseren Körper und unsere Umwelt bedenkliche Stoffe zuhauf in diesen Produkten stecken, oder ob wir neben dem bloßen Wunsch nach Schönheit auch Wert auf unsere Gesundheit, auf unseren Planeten und auf hohe Qualität der Inhaltsstoffe legen.

Ich selbst war ja schon immer ein ausgesprochener Kosmetikjunkie – selbst als Studentin, die, arm wie eine Kirchenmaus und ohne Heizung lebend, mit einer runtergetretenen Second-Hand-Jeans und einem Paar Sneakers ausgekommen ist, habe ich immer wieder bei den teuersten Produkten in der Parfümerie zugeschlagen. Das war mein Luxus im Alltag, diese eine Sache, die ich mir gegönnt habe. Wenn ich mir heute überlege, wieviel Geld ich für dieses „Klumpert“ ausgegeben habe (ja, hochtechnologisch verarbeitet, mit viel Forschung verbunden und daher vermeintlich „hochwertig“, aber dennoch, ich bleibe dabei: Klumpert), obwohl es die durch und durch bessere Alternative schon damals direkt vor meiner Nase gegeben hätte!

Naja, sagt ihr jetzt vielleicht, die arbeitet ja mit RINGANA und macht natürlich Werbung. Ja, das tue ich. Und ja, ich mache das, um Geld zu verdienen. Ich wäre ja wohl eine ziemlich schlechte Unternehmerin, wenn ich mit meiner Arbeit KEIN Geld verdienen wollte.

Aber: wenn jemand, den ich über alle obigen Punkte aufgeklärt habe, dann trotzdem nichts bestellt, jedoch dennoch seine zukünftigen Kaufentscheidungen hinterfragt; wenn bei demjenigen neue Gedankengänge ins Rollen gekommen sind; oder wenn derjenige aufgrund meiner Ausführungen beginnt, seine Cremes selber aus Bio-Zutaten anzurühren – ganz ehrlich, dann fühle ich mich auch schon ziemlich erfolgreich.

Denn durch meine Tätigkeit weiß ich nicht nur, dass ich mich selbst für eine ethische Alternative entscheide, sondern ich beinflusse auch die Kaufentscheidungen anderer Menschen. Und wenn die 70-jährige sparsame Frau Mittermoser beschließt, nach Jahrzehnten nun doch die blaue Dose aus dem Bad zu verbannen und stattdessen nur mehr die selbstgemachte Ringelblumensalbe am Schulbazar ihrer Enkelin zu kaufen, der minimalistisch veranlagte Valentin statt der üblichen Paraffinpampe das Olivenöl vom letzten Griechenlandurlaub als Hautpflege benutzt, und die kosmetiknarrische Hannelore, die – so wie ich – hohen Wert auf maximale Wirksamkeit und bestes Hautgefühl legt, der Parfümerie den Rücken kehrt und in meiner Kundenliste landet (denn warum das Geld für zu Tode konservierte Chemiebomben rauswerfen, wenn es auch frisch, mit der vollen Kraft aus der Natur geht?) – dann hab ich wirklich das Gefühl, etwas erreicht zu haben.

Also lasst euch nicht unterkriegen. Spread the word. Egal, in welchem Bereich ihr aktiv seid. Beim einen ist es halt nicht die Creme. Sondern das Fahrrad. Beim nächsten ist es nicht Bio. Sondern der regionale Bauer im Nachbarsdorf. Der dritte fährt ein altes Auto. Ernährt sich aber vegan. Der nächste trägt Leder. Vermeidet dafür Plastik im Alltag. Jeder tut das, was er kann. Jeder tut das, was sich richtig anfühlt. Und gemeinsam sind wir viele. Gemeinsam machen wir einen Unterschied.

Kein Talent für Fingerfood? Diese BLW-Rezepte funktionieren trotz nervösen Eltern und kaufaulen Babys

Brokkoli und Fisch

Hmpf. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Als die Beikostreifezeichen mit knapp 6 Monaten beim Schnurbel erfüllt waren, konnte ich es schon kaum mehr erwarten, DAS neue Ding, das Non-Plus-Ultra oder wenn ihr so wollt: den heißen Scheiß im Beikost-Universum auszuprobieren: Baby-led Weaning bzw. „Breifrei“. Kurz: ich war voll motiviert. Mein Baby allerdings nicht.

Wobei. In den Mund gestopft hat er sich alles, voller Freude. Motivation also durchaus gegeben. Allerdings anstatt einfach genüßlich an den Gemüsesticks zu lutschen und sie häppchenweise wieder elegant aus dem süßen Mündchen gleiten zu lassen, so wie es sich für einen ordentlichen BLW-Neuling gehört, hat unser Kleiner gleich reingehauen wie ein Mähdrescher. Ausspucken?? Niemals! Abbeißen und sofort alles runterschlucken – das war es, was der Frechdachs wollte. Eating under 1 year is just for fun? In diesem Aspekt ist unsere kleine Kicherebse offenbar humorlos.

Ein paar viertel Erstickungsanfälle seitens des Babys und halbe Herzinfarkte seitens der Eltern später musste ich im Laufe der Wochen einsehen: ich habe wohl kein typisches Breifrei-Baby.

Experimentiert habe ich in den letzten Monaten dennoch weiterhin – und dem kleinen Nimmersatt nebst Busen und Brei immer wieder neue Kreationen an Fingerfood angeboten. Jetzt, mit mittlerweile 10 Monaten sind schon einige Zähne da – und siehe da, jetzt wird`s langsam was mit dem Kauen 🙂

Habt ihr auch ein Baby, dem selbst die immer gern empfohlenen BLW-Klassiker zu schaffen machen?Ofengemüse – geht nicht wegen der knusprige Schale. Gedämpfte Gemüse- und Obststicks – da wird ordentlich gewürgt und ihr findet die Teile 1 zu 1 in der Windel wieder. Orange – so eine lästige Haut! Nudeln – lösen sich blöderweise nicht von selbst im Mund auf. Birne – muss schon fast der Gärung nahe sein, damit sie auch nur annähernd weich genug ist. Faschierte Laiberl – kannst du vergessen, da wird sich an den „zachen“ Fleischkugerln verschluckt, so mini sie auch sein mögen. Und so weiter.

Wenn ihr euren Kindern aber dennoch von Anfang an Selber-Essen am Familientisch ermöglichen wollt, dann hab ich hier ein paar Ideen für euch, die bei uns tatsächlich immer funktioniert haben, ohne dass wir Eltern schweißgebadet daneben gesessen sind. Letztendlich werdet ihr sehen, dass es sich in vielen Fällen schlicht und einfach um Brei in einer etwas festeren Variante handelt, der zu Bällchen, Talern und Stangerln geformt wird. Anfangs, als der Kleine sowas nur zerquetscht hat, habe ich das Essen in die Hand genommen, er hat wiederum meine Hand geschnappt und den Bissen auf diese Weise in den Mund gesteckt. Mit der Zeit konnte er seine Motorik immer mehr kontrollieren und seine Kraft besser dosieren, und hat es somit bald alleine geschafft, sich das Zeug in den Mund zu schaufeln.

Gemüse- und Obst

Gemüsesticks gingen bei uns in den ersten Wochen nur in Form von gedämpftem Kürbis gut – ohne Schale. Auch Kürbisschnitzel sind gut angekommen (rohe Kürbissticks nacheinander in Mehl, Ei und Semmelbrösel wenden und in der Pfanne herausbacken). Gedämpfte Zucchini (anfangs ebenfalls geschält) und Brokkoli haben sich dann bald dazugesellt. Bei Obst war lange Zeit ausschließlich sehr reife Banane möglich, oder aus der Haut gelöste Orange.

Babykekse

Selbstgebackene Babykekse aus püriertem Getreide- und Obstbrei sind eine wunderbar softe bis gatschige Angelegenheit, mit der unser Schnurbel von Anfang an gut zurechtgekommen ist. Im Grunde nehmt ihr ein Getreide in Form von Mehl oder Flocken eurer Wahl, vermixt es mit Obst eurer Wahl, gebt etwas Öl oder Butter hinzu und klatscht es in Häufchen aufs Backblech. Nach 15-20 Min. bei 180° sieht das Ergebnis zwar immer noch nicht unbedingt ansprechend aus, schmeckt aber offensichtlich trotzdem. Die Konsistenz ist einfach perfekt für ungeübte Selberesser: griffig, aber sehr weich.

Oft verwerte ich auch Reste von Frühstücksbrei auf diese Art und Weise zu Keksen, eventuell rühre ich noch ein bisschen Backpulver mit rein – so muss ich nichts wegschmeißen und wir haben noch einen kleinen Snack für den Nachmittag.

Gemüsepudding („Flan“)

Püriertes gekochtes Gemüse (ideal ist z.B. Brokkoli) mit Ei und etwas Schlagobers vermischen, in ein gefettetes Backförmchen geben, und bei 180° im Wasserbad im Rohr pochieren, anschließend stürzen und in Scheiben schneiden.

Getreide-Gemüse-Bällchen

Hirse, Polenta, Hafer-/Dinkelflocken oder Couscous kochen, mit püriertem Gemüse und etwas Öl mischen und zu Bällchen formen. Können gleich verputzt oder noch kurz angebraten werden. Auch gekochtes und püriertes Fleisch oder Fisch könnt ihr hier gut mit verarbeiten.

Gemüse-Nuss-Taler

Eine kleine Menge Flohsamen in etwas Wasser einlegen, bis die Flüssigkeit zu einem Gel geworden ist. Gemüse (z.B. Karotte, Sellerie, Kohlrabi) mit Haselnüssen fein vermixen. Flache Taler formen, auf ein Backblech setzen und 25 Min. bei 180° backen.

Reibekuchen (Gemüsepuffer)

Also gaaaanz am Anfang habe ich nur Gemüse-Püree zu Puffern gebraten – aber relativ bald ging da auch der klassische geraspelte Kartoffelpuffer. Funktioniert auch mit Karotte oder Sellerie!

Waffeln, Brot, Pancakes & Muffins

Alles, was aus weichem Teig besteht, ist von Anfang an gut gegangen und erfreut sich bis heute größter Beliebtheit. Brot ohne Rinde wird reingestopft ohne Ende, dasselbe gilt für fluffige Waffeln, flaumige Pancakes und saftige Muffins in den verschiedensten Varianten. Hier könnt ihr eurer Kreativität freien Lauf lassen: einfach Mehl, Ei, etwas Öl/ Butter, Backpulver, Gemüse- oder Obstmus/ Beeren, ein Schuß Milch und ein Schuß Mineralwasser zu einem dickflüssigen Teig vermixen und zu was-auch-immer verbacken!

Wie ihr seht, gehe ich bei der Kocherei fürs Baby eher pi mal Daumen vor, anstatt mich an genaue Mengenangaben oder Rezepte zu halten – man kriegt das mit der Zeit auch ins Gefühl. Mal wirds fester, mal wirds ein Gatsch – essbar ist es immer! Grob gesagt gilt: je mehr Obst- oder Gemüsebrei ihr beifügt, desto matschiger wird das Zeug – was zwar eine Riesensauerei ist, aber bei im Kauen ungeübten Babys nur von Vorteil ist.

Tun sich eure Babys auch nicht so leicht mit Fingerfood? Und was hat außer klassischem Brei bei euch von Anfang an funkioniert?

Selbstständig und schwanger – der Versuch eines Leitfadens ODER Kapiere einer das Wirrwarr der SVA…

schwangere Frau am PC

Man sollte meinen, als Schwangere ist man vor allem damit beschäftigt mit Lavendelblüten gefüllte Naturlatex-Babymatratzen auszusuchen, Stoffwindeln vorzuwaschen, Essiggurkerl auf Marmeladebrot zu essen, von Minisöckchen entzückt zu sein, Beistellbetten zu montieren, den Bauch (und etwaige andere Körperstellen, die wir hier nicht näher ausführen wollen) zu massieren und Hebammen und akupunktierende Geburtsvorbereiter zu frequentieren.

Als Selbstständige und somit bei der SVA Versicherte kann ich dazu nur sagen: Denkste! Ich habe vor einem Jahr gut und gerne das gesamte zweite Trimester damit verbracht, mir im scheinbar nicht zu durchdringenden Dickicht des SVA-Dschungels den Durchblick zu erarbeiten. Garantiert bin ich dem für mich zuständigen Bearbeiter, wiewohl dieser stets verlässlich und freundlich meine Emailanfragen erwiderte, schon ordentlich auf den Zeiger gegangen, da seine Antworten jeweils neue Fragen bei mir aufwarfen, und irgendwann eine never ending story aus unserer Korrespondenz wurde. Vermutlich von seiner Seite her keine love story. Dennoch versteifte ich mich stur auf den schriftlichen Austausch, da ich im Falle des Falles alles schwarz auf weiß haben wollte – wäre ja nicht das erste Mal, dass die netten Herren und Damen vom SVA-Servicecenter persönlich oder telefonisch überaus freundlich, bemüht und hilfsbereit eine veritable Falschauskunft erteilen, um nicht zu sagen einen ausgemachten Schmarren verzapfen. Daher habe ich mich lieber doppelt und dreifach versichert, dazu noch stapelweise Broschüren und PDFs durchforstet und Tage sowie Nächte mit Online-Recherche verbracht (inklusive überraschender Wendepunkte und Aha-, jedoch noch mehr Häh?-Erlebnissen).  Irgendwann war es dann soweit: ich war bereit zu gebären, ohne der Angst im Nacken, die nur SVA-Versicherte nachvollziehen können…

Was meine Recherchen ergeben haben, möchte ich gerne mit euch teilen – vielleicht erspare ich ja der einen oder anderen von euch diesen „Tschoch“. Aber ich warne euch, kompliziert wird`s trotzdem. Denn als Schwangere stellt man zwar eigentlich recht einfache Fragen (wie „Muss ich während der Babypause Beiträge zahlen?“ oder „Kann ich mir ausrechnen, wieviel ich dazuverdienen darf, ohne den Mathematiknobelpreis zu haben?“, aber die SVA wäre nicht die SVA, wenn es darauf einfache Antworten gäbe.

MELDUNG DER SCHWANGERSCHAFT BEI DER SVA

Spätestens zu Beginn des letzten Trimesters solltet ihr eure Schwangerschaft der SVA melden. Es reicht, die ärztliche Bestätigung über den zu erwartenden Geburtstermin einzuscannen und an eure Landesstelle zu mailen. Üblicherweise bekommt ihr anschließend per Post diverse Antragsformulare zugeschickt (Wochengeld, Kindergeld, Ausnahme von der Pflichtversicherung).

WOCHENGELD

8 Wochen vor bis 8 Wochen nach der Geburt habt ihr Anspruch auf

  • Betriebshilfe ODER
  • Wochengeld

@Betriebshilfe: Die SVA bezahlt eine Arbeitskraft, die euch in eurem Betrieb ersetzt.

@ Wochengeld (53,11€ pro Tag, Stand 2017): Offiziell heißt es, um Wochengeld beziehen zu dürfen, müsst ihr eine Hilfskraft angeben, die euch mind. 20 Stunden in der Woche entlastet. Tatsächlich scheint es so zu sein, dass ihr hier weiß-Gott-wen angeben könnt (vom Ehemann über die Nachbarin bis zum Friseur eurer Cousine), weil das ohnehin niemand kontrolliert. Es ist auch schnurz, ob ihr dieser Person etwas zahlt oder nicht. Bei manchen Berufen (bei denen klar ist, dass niemand außer euch selbst die Arbeit machen kann) muss man aber auch gar keine Hilfskraft angeben – das war z.B. bei mir als Ergotherapeutin und RINGANA-Partnerin der Fall. Ist es bei euch nicht ganz so offensichtlich, ihr habt aber dennoch gute Argumente, warum ihr keine Hilfskraft einsetzen könnt, könnt ihr dem Antrag für Wochengeld eine entsprechende Begründung beilegen.

Das Wochengeld wird jedes Monat im Nachhinein ausgezahlt. Verschiebt sich euer Geburtstermin nach vorne oder nach hinten, bekommt ihr dafür entsprechend nach der Geburt länger bzw. kürzer Wochengeld. Habt ihr eine amtsärztliche Bestätigung, dass ihr schon vor der 8-Wochen-Frist nicht mehr arbeiten könnt, steht euch das Wochengeld schon ab diesem Zeitpunkt zu. Bei Frühgeburten, Kaiserschnitt und Mehrlingsgeburten verlängert sich die 8-Wochen-Frist nach der Geburt auf bis zu 12 Wochen.

So weit, so gut. Jetzt geht`s aber langsam ans Mitdenken:

Seid ihr selbstständig, gibt es keinen Mutterschutz und entsprechend kein Beschäftigungsverbot – ihr könnt also, wenn ihr wollt, bis zum Kreißsaal, im Kreißsaal und direkt nach dem Kreißsaal bis zur Erschöpfung hackeln. Während des Wochengeldbezugs gibt es KEINE Zuverdienstgrenze. Das heißt ihr dürft wie gewohnt Einnahmen und Ausgaben schreiben, bekommt aber trotzdem das Wochengeld. Allerdings müsst ihr in dem Fall auch wie üblich eure geliebten SVA-Beiträge einzahlen. Könnt ihr ungefähr abschätzen, wieviel ihr insgesamt im laufenden Jahr verdienen werdet und wird dies voraussichtlich aufgrund der Babypause deutlich weniger sein als in den Jahren zuvor, könnt ihr eure Beitragsgrundlage  entsprechend herabsetzen lassen, damit diese Beiträge nicht zu hoch sind.

Wenn ihr während des Wochengeldbezugs nicht arbeiten wollt, könnt ihr eure selbstständige Tätigkeit unterbrechen – Neue Selbstständige melden dies direkt bei der SVA, Gewerbetreibende melden ihre Gewerbeberechtigung bei der Wirtschaftskammer ruhend. In diesem Fall könnt ihr eine „Ausnahme von der Pflichtversicherung während des Bezuges des Wochengeldes“ beantragen – und seid in dieser Zeit versichert, ohne Beiträge zu zahlen. Das geht aber nur, wenn ihr mindestens 6 Monate unmittelbar vor der Geburt durchgehend bei der SVA pflichtversichert wart.

Trudelt während des Wochengeldbezugs noch Geld auf eurem Konto ein, obwohl ihr eure Tätigkeit ruhend gemeldet hat, ist dies übrigens irrelevant, sofern ihr während des Bezuges des Wochengeldes nicht aktiv tätig seid, sondern nur Zahlungseingänge von bereits erbrachten Leistungen erhaltet.

Jetzt gibt es unter euch vielleicht Leute, die ein Gewerbe oder selbstständige Tätigkeiten betreiben, die sie aus verschiedenen Gründen nicht ruhend melden können oder wollen, obwohl sie momentan sehr wenig damit verdienen. In diesem Fall könnt ihr nicht die „Ausnahme von der Pflichtversicherung während des Bezuges von Wochengeld“ beantragen (denn das würde ja die offizielle Unterbrechung der Tätigkeit erfordern). Man muss also seine Beiträge zahlen – auch wenn die Tätigkeit zur Zeit keinen Gewinn oder sogar einen Verlust erwirtschaften wird. Aber man kann in diesem Fall die Beiträge auf die gesetzliche Mindestbeitragsgrundlage herabsetzen lassen – hierfür muss man die SVA gesondert schriftlich oder telefonisch kontaktieren.

Neue Selbstständige und Freiberufler sind erst ab Einkünften ab 5108,40€ pro Jahr versicherungspflichtig. Habt ihr also kein Gewerbe, sondern gehört zu oben genannten Personen, und werdet ihr babypausenbedingt voraussichtlich sehr wenig verdienen, könnt ihr die „Ausnahme von der Pflichtversicherung aufgrund der Unterschreitung der Versicherungsgrenze“ beantragen.

Habt ihr es bis hierher geschafft zu folgen, ohne dass euch der Kopf schwirrt? Nein? Das ist der SVA aber wurscht – also geht`s jetzt weiter mit dem Kinderbetreuungsgeld.

KINDERBETREUUNGSGELD

Ab der Geburt eures Kindes steht euch Kinderbetreuungsgeld zu. Allerdings ist es natürlich nicht so, dass ihr Wochengeld und Kindergeld parallel bekommt – ihr bekommt automatisch den Betrag ausbezahlt, der höher ist: d.h. in den meisten Fällen das Wochengeld. Sobald das Wochengeld wegfällt, erhaltet ihr das Kindergeld. Im Klartext bedeutet das, dass ihr, wenn ihr z.B. 12 Monate Kindergeld beantragt habt, in Wirklichkeit nur 10 Monate Kindergeld bezieht – da die ersten 8 Wochen ja stattdessen noch das Wochengeld kommt. Falls ihr sehr gut verdient und ihr das einkommensabhängige Kindergeld wählt, kann es aber sein, dass das Kindergeld mehr ausmacht als das Wochengeld – dann erhaltet ihr dieses ab der Entbindung.
Das Kindergeld könnt ihr beantragen, sobald ihr die Geburt bravorös gemeistert habt. Seit 1. März 2017 gilt das „Kindergeld NEU“ – welche Variante für euch am lukrativsten ist, könnt ihr hier berechnen.
Auch das Kindergeld wird monatlich im Nachhinein überwiesen.
Falls ihr in der Babypause ohnehin nicht arbeiten möchtet, müsst ihr nichts weiter beachten – ihr könnt eure Tätigkeit bzw. euer Gewerbe ruhend melden. Falls ihr doch arbeiten wollt oder müsst, kommen die Zuverdienstgrenzen ins Spiel.
Grundsätzlich sind folgende Einkunftsarten bei der Berechnung der Zuverdienstgrenze zu berücksichtigen:
– Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit
– Einkünfte aus selbstständiger Arbeit
– Einkünfte aus einem Gewerbe
– Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft
Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung sind für die Zuverdienstgrenze während Kindergeldbezugs NICHT relevant.
Bei der Pauschalvariante dürft ihr bis zu 60% des Letzteinkommens dazuverdienen, (berechnet sich nach dem letzten Jahr, in dem noch nicht Kindergeld bezogen wurde). Beim einkommensabhängigen Kindergeld dürft ihr nur geringfügig dazuverdienen, insgesamt maximal 6400€ im Jahr.
Wenn ihr nicht das ganze Kalenderjahr Kinderbetreuungsgeld bezieht, berechnet sich euer Zuverdienst während des Kindergelds so:
Euren Gewinn (vor Steuerabzug), den ihr während dem Kindergeldbezug erwirtschaftet, dividiert ihr durch die Anzahl der Monate, in denen ihr Kindergeld bezieht (ein Monat, an dem nicht an allen Tagen Kindergeld bezogen wird, zählt in dieser Rechnung nicht als Anspruchsmonat). Danach multipliziert ihr das Ergebnis mit 12. Der so erhaltene Betrag wird dann um 30% erhöht.
Ein Beispiel: ihr erhaltet ab 22. Oktober Kindergeld. November und Dezember gelten also als Anspruchsmonate. Ihr erwirtschaftet in diesen beiden Monaten 600€.
600:2=300
300.12=3600
3600+30%= 4680
Da 4680 als Jahreswert unter den 6400€ liegt, seid ihr also im November und Dezember unter der Zuverdienstgrenze geblieben.
Die aufmerksamen Leser und Leserinnen unter euch, die bisher noch nicht die Nerven weggeschmissen haben, werden vielleicht aufmerken: Moment! Was sind das für 30%?
Das ist eine sehr gute Frage, und ich werde sie euch nicht beantworten können. Weiß der Geier warum, aber das Einkommen wird bei der SVA zuzüglich eines ominösen „Pauschalzuschlags“ von 30% erhöht, da die Sozialversicherungsbeiträge zum Gewinn dazugezählt werden. Aha. Ich dachte bisher immer, die Sozialversicherungsbeiträge gebe ich aus. Aber gut. Falls mir das jemand von euch schlüssig erklären kann, lasse ich mich gerne belehren.
Jedenfalls bedeutet das letztendlich – soferne ich das richtig verstanden habe-, dass ihr bei einer Zuverdienstgrenze von 6400€ schon bei einem Gewinn von 5000€ die Zuverdienstgrenze überschritten habt. Denn 5000€ plus 30% Sozialversicherungsbeiträge sind 6500€. Nochmals aha.
Bei der Berechnung der Einkünfte gilt übrigens das Zuflussprinzip: d.h. wenn ihr die Leistung im Oktober erbracht habt, der Kunde aber erst im Dezember zahlt, ist dieser Umsatz dem Dezember zuzuordnen. Das ist also anders als beim Wochengeld. Wahrscheinlich damit uns nicht langweilig wird und wir im Geiste flexibel bleiben.
Wichtig ist überdies, dass ihr die Einkünfte im Bezugszeitraum gesondert erfassen müsst. D.h. im oben genannten Beispiel führt ihr eure Buchhaltung einmal für Jänner-Oktober, und einmal extra für November-Dezember. Diese Abgrenzung müsst ihr der SVA vorlegen. Tut ihr das nicht, so wird der Zuverdienst anhand der Jahreseinkünfte berechnet (und das kann auch im Nachhinein nicht mehr geändert werden).
Bleibt ihr mit eurer selbstständigen Tätigkeit während der Babypause unter der Geringfügigkeitsgrenze von 5108,40€ im Jahr bzw. 425,70  € pro Monat (wohlgemerkt wieder inklusive der hübschen 30% von oben), könnt ihr die „Ausnahme von der Pflichtversicherung wegen geringer Einkünfte und Umsätze während der Kinderbetreuungszeit“ beantragen – laut Formular „nur für Einzelpersonen mit Gewerbe bzw. ÄrztInnen“. Gilt aber auch für mich als Neue Selbstständige mit nebenberuflichem Kleingewerbe. Also wer weiß für wen noch alles. Am besten ihr fragt in eurem individuellen Fall nach, ob ihr in diese Regelung reinfallt. Ihr bleibt dann weiterhin bei der SVA versichert, zahlt aber während der Zeit des Kindergeldbezugs keine Beiträge.
Da Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung bei der SVA ja nicht versicherungspflichtig sind, wirken diese sich übrigens nicht auf die Geringfügigkeitsgrenze aus.
Habt ihr euch generell von der Pflichtversicherung ausnehmen lassen, weil ihr unter der Versicherungsgrenze liegt, und seid daher gar nicht bei der SVA versichert, müsst ihr dennoch eine gesonderte Erfassung der Einkünfte und Umsätze für den Zeitraum des Kindergeldbezuges machen.
Knoten im Hirn? Ach was! Ist doch alles ganz easy, oder??
Ich schließe mit den Worten meines Steuerberaters: „Die SVA mit all ihren Spezialregelungen und Ausnahmen ist so kompliziert, da ist die Steuer ein Lercherlschas dagegen!“
PS: Diese Angaben sind ohne Gewähr, und wer Fehler entdeckt, ist gerne dazu eingeladen, mich zu korrigieren.

Der Mythos vom Entgiften, Entschlacken und Entsäuern – und warum du trotzdem GENAU JETZT damit anfangen solltest

Entschlacken richtig gemacht!

 

Hört ein Schulmediziner das Wort „Übersäuerung“, stellt`s ihm meist gleich die Nackenhaare auf. Die Wissenschaftlerin schüttelt den klugen Kopf über vermeintliche Schlacken, die sich angeblich in unser aller Körper befinden sollen. Und in unzähligen Artikeln wird sich mit vor Entrüstung bebenden Nasenflügeln über die Sinnlosigkeit von Detox & Co. echauffiert.

Trotzdem gibt es einen recht beträchtlichen Haufen von Leuten, die offenbar voll auf das Entgiftungsding abfahren.

Wie kommt`s denn nun zu der Diskrepanz?

Ich sag nur ein Wort. Begrifflichkeiten. Okay, wahrscheinlich geht`s in vielen Fällen auch um Befindlichkeiten einzelner Individuen, wird doch das Thema ähnlich emotional mit Tendenzen ins Aggressive abgehandelt wie sonst nur Impf-, Homöopathie- und Rapid-oder-Austria-Debatten.

Aber zurück zu den Begrifflichkeiten. Fangen wir mal mit den Fakten an. Aus medizinisch-wissenschaftlicher Sicht gibt es keine Anlagerungen von Stoffwechselprodukten, sogenannte Schlacken, die im Körper verbleiben, Darmwände verkleben und sonstige unlustige und -gustiöse Spompernadeln treiben. Aus medizinisch-wissenschaftlicher Sicht bedeutet Übersäuerung, dass der PH-Wert des Blutes in einen sauren Bereich rutscht – und da gehst du schneller ex als du bis zehn zählen kannst. Daher lässt der Körper eine Übersäuerung überhaupt nicht zu und hält das Blut permament im basischen Bereich. Und aus medizinisch-wissenschaftlicher Sicht müssen wir uns auch nicht aktiv entgiften – denn würde sich unser Körper nicht ohnehin fortwährend täglich selbst ganz ohne unser Zutun entgiften, wären wir aus Sicht eines Arztes auch ziemlich bald hinig. Und der muss es ja wissen. Denn das mit den Todesfeststellungen haben die Ärzte üblicherweise schon drauf.

Nachdem die Entgiftungs- und Entsäuerungswilligen meist aber nicht hinig sind, sondern höchst lebendig, liegt der Schluss nahe: entgiften, entsäuern, entschlacken – alles Unsinn, weil es ja keine Gifte, Schlacken und Übersäuerung im Körper gibt. Auch ein aus medizinisch-wissenschaftlicher Sicht „echter“ Vitaminmangel ist etwas, was heutzutage bei einem gesunden Menschen eigentlich nicht mehr vorkommt – zu groß ist die Verfügbarkeit einer großen Palette an Nahrungsmitteln, das ganze Jahr über. Der Seemann, dem die Zähne ausfallen, weil er über Monate nur vergammeltes Trockenfleisch, schimmliges Brot und Rum zu sich genommen hat, ist selten geworden. Ebenso die arme Feldarbeiterfamilie, die sich den Winter über ausschließlich von Kartoffeln, Mehlsuppe und Maisbrei ernährt und für die ein unter allen Familienmitgliedern geteilter Apfel das kulinarische Highlight der Woche ist. DIESE Art von Vitaminmangel bringt man heutzutage als gesunder Mensch wahrscheinlich wirklich schwer zusammen, außer man bemüht sich wirklich sehr und isst von morgens bis abends nur junk food.

Gleichzeitig wird es wohl keinen Arzt der Welt geben (zumindest keinen guten…), der nicht folgenden Aussagen zustimmen würde:

  • Gesunde Ernährung ist besser als ungesunde Ernährung
  • gute Luft ist besser als schlechte Luft
  • basenbildende Lebensmittel sind besser als säurebildende Lebensmittel
  • Nicht-Rauchen ist besser als Rauchen
  • frisch gekocht ist besser als fast food
  • naturbelassene Nahrung ist besser als industriell verarbeitete Nahrung
  • keine Pestizide im Obst sind besser als Pestizide im Obst
  • ein artgerecht gehaltenes Tier ist besser als ein mit Antibiotika vollgepumptes Masttier aus Massentierhaltung
  • eine intakte Umwelt ist besser als eine verschmutzte Umwelt
  • schadstofffreie Cremes sind besser als schadstoffbelastete Cremes
  • ein gesunder Fisch ist besser als einen mit Schwermetallen und Mikroplastik verseuchter Fisch
  • Bewegung ist besser als keine Bewegung
  • et cetera

Um ehrlich zu sein musst du dafür ja nicht einmal einen Arzt fragen. Auch keine Ärztin. Sondern nur deinen Hausverstand.

Auch wird dir kein Arzt der Welt sagen (zumindest kein guter):

  • Iss was du willst – es ist eh wurscht, weil dein Körper sich von ganz allein entgiftet
  • Hau dir billiges und verarbeitetes Fleisch in Massen rein, ebenso gespritztes, überzüchtetes und unreif geerntetes Obst und Gemüse
  • Im Wald spazieren zu gehen brauchst du nicht, unser Körper hat sowieso schon gelernt mit den Schadstoffen in der Luft umzugehen
  • Benutze viel Zucker, Salz, Alkohol, Fett und möglichst auch noch künstliche Geschmacksverstärker, weil du kannst eh darauf vertrauen dass deine Leber das alles problemlos händelt
  • Rauche wie ein Schlot, benutze Kosmetik mit hormonell wirksamen Inhaltsstoffen und iss viel Convenience Food – dein Körper entledigt sich ohnehin von selbst jeglicher Schadstoffe
  • et cetera

Ihr wisst, worauf ich hinaus will? Auf der einen Seite wird vielleicht etwas viel geschwurbelt, auf der anderen Seite vielleicht etwas viel gefachsimpelt – aber letztendlich meinen wir doch alle dasselbe, oder? Über unsere Haut, die Atemluft und unsere Ernährung gelangen ständig Stoffe in unseren Körper, die sich negativ auf unseren Organismus auswirken und ihn sehr fordern – ob man diese Stoffe nun Gifte nennt oder nicht. Vieles davon kann man durch seinen eigenen Lebenswandel positiv beeinflussen, manchen Stoffen sind wir aber mehr oder weniger ausgeliefert (wie z.B. Schwermetallen).

Nachdem die meisten der oben angesprochenen Entgiftungs- und Entsäuerungswilligen keinen Abschluss an der Medizinuni oder einen Doktortitel der Ernährungswissenschaften mit sich herumtragen, ist es denen herzlich wurscht, ob es nun im wortwörtlichen und medizinisch-wissenschaftlichen Sinne Schlacken gibt – solange sie sich mit dem Vorgang des umgangssprachlichen „Entschlackens“ wohlfühlen.

Anstatt uns also in ewigen Schlagabtäuschen darüber zu ergießen, ob es nun Entschlackung, Entgiftung, Entsäuerung oder sonst wie heißt, können wir uns doch einfach darauf einigen, dass es durchaus sinnvoll ist, bedenkliche, gesundheitsabträgliche Stoffe zu vermeiden und stattdessen der Gesundheit förderliche Nährstoffe zuzuführen. Idealerweise natürlich soweit es geht das ganze Jahr über durch eine gesunde Lebensführung. Aber so ein „Durchputz“ einmal pro Jahr, bei dem mithilfe einer ganz bewussten Intensivkur unsere Organe wie Leber, Nieren und Haut mal ordentlich durchgespült werden, tut auch ganz schön gut. Quasi ein Reboot für unseren Körper.

Lasst uns also nicht mehr über die Begrifflichkeiten streiten. Ich persönlich empfinde den Begriff „Entgiftungskur“ nicht nur aus oben genannten Gründen etwas unglücklich gewählt, sondern er klingt mir auch zu gruselig… vielleicht sollten wir uns einfach gemeinsam einen besseren, positiv klingenden Begriff überlegen? Sowas wie „Entlastungskur“???

Und gerade jetzt, Anfang März ist der ideale Zeitpunkt für so einen „Frühjahrsputz“. Nach einem langen Winter sind unsere Speicher meist leer (angefangen von Vit.D aufgrund der mangelnden Sonneneinstrahlung bis zu Vit. K2 und Kalzium). Über den Winter hatten wir wenig Auswahl an regionalem, frischen Gemüse und mussten auf eingelagertes oder von weit her gereistes, im Glashaus gezüchtetes und meist unreif geerntetes Obst zurückgreifen, dessen Nährstoffgehalt entsprechend schon beträchtlich gesunken ist. Und es macht sich der „Schmerz der Leber“ bemerkbar: die Leber, die gute von schlechten Stoffen trennt, filtert, entsorgt bzw. einlagert, ist müde: es macht sich die typische Frühjahrsmüdigkeit breit. Wir sind erschöpft, stellen leicht depressive Tendenzen an uns fest und lechzen nach dem Frühlingsbeginn.

Laut TCM beginnt jetzt die „Holz-“ bzw. „Leberzeit“ – nach dem dritten abnehmenden Mond im Jahr macht es daher besonders viel Sinn, den Körper mindestens 1 Woche, besser noch bis zu 4 Wochen zu entlasten. Und wisst ihr, wann das heuer ist? Genau jetzt!

Ich habe daher beschlossen: ich starte mit meiner „Entlastungskur“ am Montag :-). Mein Mann ist ab nächster Woche fast 3 Wochen nicht zuhause, darum ist das besonders günstig 😀 (wie ich euch hier erzählt habe, fällt mir sowas nämlich mit ihm an meiner Seite etwas schwer).

Nutzt ihr bereits die Fastenzeit? Habt ihr auch Lust auf einen „Body Reboot“? Dann macht mit und folgt meinen Tipps auf Facebook! The time is NOW!

Ein Baby allein im Oman – ein Camping-Abenteuer

Baby in der Wüste im Oman

 

Huhu, ich bin 9 Monate alt und war vor kurzem allein mit dem Zelt im Oman unterwegs. Glaubt ihr mir nicht? Hier ist der Beweis!

Das da bin ich. Hier entspanne ich mich gerade am Lagerfeuer.

Camping-Baby: am Lagerfeuer

 

Es gibt hier richtig große Sandkisten, das glaubt ihr mir nie!

Baby in der Wüste, Oman

 

Manche Sandkisten haben sogar Wasser dabei.

Camping mit Baby am Strand, Oman

 

Nachts sieht`s hier oft so aus:

Palmen unter Sternenhimmel, Oman

 

 

Manchmal treffe ich auch Menschen. Die Omani sind sehr freundlich!

Omanische Männer und ein Baby

 

Ich seh gut aus mit dem Turban, gell?

Baby und Omani in der Wüste

 

Alle wollen sie Bilder und Selfies mit mir machen…

Baby und Omani im Wadi

Omanische Kellner mit Baby

Selfie mit Baby, Oman

…und die Mädels stehen irgendwie auf mich 😉

Omanische Mädchen

 

Ich such mir immer ganz besonders schöne Zeltplätze aus.

Zeltplatz unter Sternen und Palmen, Oman

Bienenkorbgräber, Reisen im Oman

Bienenkorbgräber im Oman

trockenes Wadi, Oman

Zelt in der Wüste

Gebirge im Oman

Baby am Strand, Masirah, Oman

Wadi Bani Khalid, Oman

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Plätze mit Wasser taugen mir sehr, ich geh nämlich gerne baden.

Baby im Wasser, Wadi Bani Khalid, Oman

 

Zwischendurch kann man auch mal aus einer Ananas rutschen. Leider bin ich dafür noch etwas zu klein.

Ananasrutcshe, Muscat, Oman

 

Dafür haben mich die Rennkamele am Kamelmarkt sehr interessiert, ich stehe aber noch in Verhandlungen mit dem Verkäufer.

Baby auf Kamelmarkt, Al Ain, UAE

 

Spielplatz in der Wüste. Find ich gut.

Spielplatz in der Wüste

 

Da sind mir die Windeln ausgegangen.

Baby im Supermarkt

 

Aber am liebsten ist es mir sowieso, wenn ich gar keine Windel brauche.

Kind am Strand im Oman, Insel Masirah

Küste Masirah, Oman

Zum Schluss verrate ich euch noch was Witziges: Im Oman werden überall Autobahnen gebaut. Sogar für Kamele!

Kamele auf der Straße, Oman

 

PS: Ich muss euch etwas gestehen: Ich hab ein bisschen geschwindelt. So ganz allein war ich nämlich doch nicht… ❤ Danke Mama und Papa, dass ich mit euch auf Abenteuerreise gehen durfte! ❤auf Masirah am Strand, Oman

Mama-Gruppen auf Facebook ODER Warum ich mich manchmal wie eine Rabenmutter fühle

Frau mit Baby im Schnee

Als frischgebackene und unerfahrene Mama kann man bei der Lektüre diverser Gruppendiskussionen auf Facebook einerseits viel lernen, andererseits aber auch verschiedene Stadien der Verunsicherung durchleben, gipfelnd in der Entwicklung einer ausgewachsenen Depression aufgrund der eigenen mütterlichen Unzulänglichkeit oder wahlweise eines perfektionistischen Wahns mit sehr wahrscheinlich anschließendem Burn-Out. Plötzlich kann man so vieles falsch machen, worüber man vorher gar nie nachgedacht hat. Auf einmal lauert das Risiko für das eigene Kind hinter jeder Ecke. Alles, wovon man zuvor dachte, dass man es ganz ordentlich meistere, kann man doch noch viel besser machen. Und wenn du bis zu diesem Zeitpunkt dachtest, du wärst eine gute Mutter, beschleicht dich während der Diskussion darüber, warum nur Holzbesteck das Wahre für die Kleinen ist, der Verdacht, dass vielleicht doch eine kleine Rabenmutter in dir steckt…

Während ich also eigentlich – recht unbedarft und ohne Böses zu denken – einfach nur vom Schwarmwissen über Stoffwindeln, Baby-led Weaning, Windelfrei sowie babygeeignete Reisen und Rezepte profitieren wollte, überfällt mich nun plötzlich das schlechte Gewissen, wenn ich mal anstatt frischen Dinkel zu mahlen zum stinknormalen Weizenmehl greife, um Babys Frühstückswaffeln zu backen.

Wenn ich daran denke, dass mein Baby im Flugzeug keinen eigenen Sitzplatz hatte, sondern bei mir am Schoß gesessen ist, steigt mir gleich die Grausbirne auf: könnte der Beckengurt doch im Falle einer Vollbremsung des Flugzeuges dafür sorgen, dass man statt einem Kind plötzlich zwei halbe Kinder hat. Statt dem Beckengurt die Babytrage zu benutzen, führt bei eben genannter Vollbremsung übrigens zum Genickbruch. Spiele ich diesen Gedanken konsequent weiter, komme ich zu dem Schluss, dass ich mein Baby in den letzten Monaten schon zigmal höchster Gefahr ausgesetzt habe, denn unzählige Male sind wir frohen Mutes U-Bahn oder Zug gefahren – ganz ohne eigens mitgebrachtem Hochsicherheitsgurtsystem samt Autositz, obwohl auch in Zügen jederzeit mit Vollbremsungen zu rechnen ist, wodurch ein fröhlich am Boden spielendes, vergnügt am Schoß wippendes oder friedlich auf der Bank schlafendes Baby unweigerlich auf der gegenüberliegenden Abteilwand picken würde.

Aber apropos Autositz: ich bekenne mich schuldig, keinen Reboarder zu besitzen. Sondern einen gewöhnlichen Autositz. Was selbstverständlich komplett unverantwortlich ist.

Außerdem habe ich gelernt, dass ich das, was ich zuhause in der Küche mache, offenbar fälschlicherweise als „frisch kochen“ bezeichnet habe – da bei mir die Tomaten für die Sauce zu den Hirse-Bällchen üblicherweise nicht stundenlang über dem händisch angefachten Feuer simmern, sondern auch mal aus der Dose oder aus dem Glas kommen. Hatigucki aber auch!

Verschämt stelle ich auch fest, dass mein Baby wohl nicht so gesund ernährt wird wie ich dachte. Bekommt der Schnurbel zuhause zwar zuckerfreie und salzarme Biokost, durfte auswärts jedoch schon mal bei einem Eisbecher und einem Frangipani-Pudding kosten, obwohl der einhellige Tenor der allgemeinen Müttergemeinschaft zu sein scheint, jeglichen Zuckerkonsum vor dem 27. Geburtstag des Kindes strikt zu vermeiden. Und die Niere meines Babys ist jetzt wohl auch hin, aber das Meeresfrüchterisotto letztens beim Italiener hat ihm halt so gut geschmeckt…

Wurscht, denn was die Ernährung angeht ist ohnehin schon Hopfen und Malz verloren, denn mein Baby bekommt auch Ei und Milchprodukte. Und die sind bekanntlich böse.

Übrigens hat mein Baby ein viel höheres Risiko zu ersticken, da es in den ersten Wochen der Beikosteinführung Brei gegessen hat. Und offenbar führt die Umstellung von Brei auf festere Nahrung häufiger zum Verschlucken, als wenn das Kind von vornherein breifrei gegessen  und somit von Anfang an gelernt hätte, mit festeren Konsistenzen umzugehen. Abgesehen davon habe ich dadurch meinem Kind 4-6 Wochen experimentierendes Gatschen im Essen verwehrt, wodurch ich wahrscheinlich seine sensomotorische Entwicklung behindert habe. Tatsächlich isst mein Baby mittlerweile auch viel Fingerfood, aber richtig selbstbestimmt ist das natürlich nicht, denn er kriegt auch heute noch manchmal Brei gefüttert (als wäre dieser Umstand nicht schlimm genug: auch noch mit einem PLASTIKlöffel!!!). Logischerweise ist es nämlich nur dann richtig, wenn man zuerst einen Brei macht, den danach wahlweise zu Pancakes, Muffins, Stangerl oder Keksen bäckt und das Baby anschließend selbstständig verspeisen lässt. Oder so. Unser Schnurbel hingegen wird wahrscheinlich ewig brauchen, bis er selbstständig mit dem Löffel essen kann (und zwar sicher ein paar Monate länger als „echte“ BLW-Babys, was natürlich ein Wahnsinn ist bei einem Kleinkind).

Mit der Sensomotorik liegt es aber ohnehin schon im Argen, weil ich mein Kind manchmal hinsetze, obwohl es noch nicht von selbst in die Sitzposition kommt. Da kann ich schon mal anfangen, das Geld für die spätere Physiotherapie auf die Seite zu legen.

Ein Wunder überhaupt, dass die Wirbelsäule des Kleinen noch nicht kaputt ist, denn nach 6 Monaten Babytrage (und einen Bandscheibenvorfall meinerseits später) sind wir auf einen Buggy umgestiegen – der bekanntermaßen ganz mies gefedert ist.

Angesichts der Tatsache, dass ich mein Baby im ersten halben Jahr nicht 24/7 am Körper getragen habe, sondern es von Anfang an immer wieder im Stubenwagen oder auf einer Decke quasi mutterseelenallein sich selbst überlassen habe, gesellt sich zu diesem physischen wahrscheinlich auch noch ein ausgewachsener emotionaler Schaden.

Mit der emotionalen Bindung zu meinem Kind ist es höchstwahrscheinlich sowieso nicht so weit her: wäre ich nämlich eine wirklich feinfühlige Mutter, würde ich mein Kind nicht nur tagsüber ab und zu abhalten, sondern selbstverständlich auch nachts während des Schlafens sofort die Signale meines Babys erkennen und rechtzeitig eine leere Saftflasche bereithalten, in die der Kleine pieseln kann – natürlich ohne dass dabei seine Nachtruhe wesentlich gestört würde.

Fazit: Ich bin wohl doch eine Rabenmutter….

So. Wer outet sich noch? 😉

PS: Ihr lieben, herzensguten Mamis da draußen! Bitte bitte nicht böse sein, und den Text mit einem Augenzwinkern lesen. Ich finde Reboarder ganz großartig, ganz ehrlich. Und die Welt braucht viel mehr Eltern, die ihre Kinder gesund ernähren, bedürfnisorientiert begleiten und im Flieger nicht zweiteilen lassen wollen. Ich bewundere euch dafür, dass ihr bei BLW so viel Vertrauen in die Fähigkeiten eures Babys setzt, und dass ihr „windelfrei“ im wahrsten Sinne des Wortes durchzieht, vor allem nachts – wie schafft ihr das nur??

Ich gehöre selbst zu den Stangerl- und Laibchen-Bäckerinnen und Stoffwindelwäscherinnen; wenn mein Rücken es zugelassen hätte, hätte unser Schnurbel wahrscheinlich bis heute keinen Buggy von innen gesehen. Und würde der Kleine seine von der Cousine „geerbten“ Silikonlöffel nicht so lieben, hätten wir hier garantiert auch irgendein Kokosfaser-Maisstärke-Öko-Besteck rumliegen – so gesehen persifliere ich hier durchaus auch mich selbst, plädiere aber gleichzeitig für mehr Entspanntheit: wir können nicht immer perfekt sein. Wir können nicht alles richtig machen. Wir können auch nicht jedes Risiko oder jede negative Erfahrung von unseren Kindern fernhalten. Jede von uns muss selbst für sich abschätzen, wie sie Nutzen gegenüber Risiko abwägt. Und wir sollten nicht jedes Wort und jede Tat in die Waagschale legen, weil wir uns ständig davor fürchten, unseren Kindern zu schaden – die Kleinen sind viel resilienter, als wir oft denken!

❤ Ihr seid alle ganz wunderbar! ❤ (aber manchmal kann es einen ganz schön unter Stress setzen, WIE wunderbar…)