#MeToo – Das wahre Ausmaß sexueller Belästigung und warum noch viel Aufklärungsarbeit nötig ist

Vorhin hat mich eine Selbsterkenntnis ereilt, die ich unbedingt mit euch teilen möchte.

Seit gestern verfolgt mich ein Hashtag mit folgendem Wortlaut auf Facebook: „me too“ („ich auch“). Zur Erklärung: weltweit weisen Frauen auf die Problematik von sexueller Belästigung hin, indem jede Frau, die jemals sexuell belästigt oder angegriffen worden ist, ‚Ich auch‘ als Status schreibt. Ziel ist es, den Menschen ein Gefühl für das tatsächliche Ausmaß des Problems zu geben.

So. Nun habe ich mich grade vorhin dabei ertappt, dass ich heimlich darüber nachgedacht habe, ob ich das überhaupt in meinen Status schreiben darf. Ob ich quasi die Berechtigung dazu habe. Ob die vergleichweise geringfügigen Übergriffe, die ich erlebt habe, ausreichen. Ob ich mit dem Status #MeToo ein falsches Bild vermitteln würde. Ob dann nämlich jeder denken würde, ich wäre vergewaltigt worden. Als ob ich mit den Opfern schwerer sexueller Gewalt „nicht mithalten“ könne.

Als ich bemerkt habe, dass diese Gedanken in mir schlummern, wurde ich plötzlich richtiggehend wütend. Wütend auf die Gesellschaft, die immer noch weitgehend so tut, als wäre sexuelle Belästigung bis zu einem gewissen Grad ein Kavaliersdelikt. Oder ein frecher Bubenstreich. Und ich wurde wütend auf mich selbst, dass mich diese Einschätzung offenbar mehr beeinflusst als ich zugeben möchte. Das hat mich überrascht, da ich dazu eigentlich eine ganz klare Meinung habe (oder gedacht habe zu haben), und dennoch habe ich einen ganzen Tag lang gezögert, den Status zu teilen. Wenn es schon mir als an sich aufgeklärter emanzipierter Frau so geht, wie geht es dann erst anderen? Hier ist also noch viel Arbeit zu tun.

Also nein, ich wurde nie vergewaltigt. Und nein, ich wurde nie dazu gezwungen, sexuelle Tätigkeiten gegen meinen Willen auszuführen.

Aber: ja, mir wurde von wildfremden Männern an Busen und Po gegrapscht. Mir wurde auf Tanzflächen zwischen die Beine gegriffen. Männerkörper haben sich in dicht besetzten Bussen mehr oder weniger auffällig an mir gerieben. Es wurde sowohl dicht vor meinen Augen mit einem Lachen im Gesicht oder vermeintlich heimlich hinter meinem Rücken onaniert, auf Stränden, in Parks, im Zug. Ich wurde verbal von Männern belästigt, die mir hartnäckig bis zur Haustür gefolgt sind, zwar ohne mich anzufassen, aber dafür mit mehr als eindeutigen Angeboten bzw. aggressiven Aufforderungen. Ich wurde von Männern, die an sich meine Sexualpartner waren, trotz mehrmaligen Neins bedrängt und unter Druck gesetzt.

Und wisst ihr was? Das ist NICHT okay. Und ich denke, genau darum geht es bei #MeToo: aufzuzeigen, dass sexuelle Belästigung nicht erst bei Vergewaltigung anfängt. Sondern schon viel früher. Nehmen wir vermeintlich „harmlose“ Übergriffe nicht mehr einfach so hin. Es ist nicht normal. Es ist nicht egal.
Daher: #MeToo

You too?

„Ach bist du jetzt auch in der Sekte!?“ ODER Seelenstrip einer RINGANA-Partnerin , Part I

Zeit für einen ❤ Seelenstrip ❤ – weil nicht immer alles rosarot und voller regenbogenpupsender Einhörner ist, und manche Dinge so ärgerlich sind, dass sie einfach mal raus müssen 😉

Mittlerweile ist es mehrere Jahre her, dass ich RINGANA als Kundin entdeckt habe – und ich habe mich damals auch spontan, ohne große Hintergedanken und auch eher „zufällig“ als Partnerin eingeschrieben.

Erst als ich das Starterpaket zugeschickt bekommen habe, habe ich Naivling kapiert, dass das eigentlich ein richtiges Business ist.
Ich hab`s dann gleich mal mit der Angst zu tun bekommen, worauf ich mich da wohl eingelassen habe, und was macht Frau von Welt in so einem Moment? Ganz klar: sie fragt Google. Und das war mein größter Fehler. Denn wie ich hier am Blog schon mal beschrieben habe, kann das Internet unser Leben unglaublich kompliziert machen, indem es Probleme schafft, die wir ohne es gar nicht hätten

In diesem speziellen Fall wurde ich konfrontiert mit Forumsbeiträgen, in denen RINGANA als unseriös bis zu illegal bezeichnet wurde. Schlagwörter wie „Schneeball-“ oder „Pyramidensystem“ haben mich in Angst und Schrecken versetzt. Sogar von „Gehirnwäsche“ und „Sekte“ war die Rede. Lästige RINGANA-Partner würden arglose potentielle KundInnen zuspammen und wären allesamt aufdringlich. Dazu noch gehässige Kommentare über frustrierte Ehefrauen mit Hang zum Übernatürlichen, die halt auch „irgendwas verkaufen“ wollen, „peinliche Homepartys“ geben und verzweifelt versuchen, ihre Ware an andere ebenso frustrierte Ehefrauen loszuwerden.

Bam. Das hat gesessen. Mehr brauchst du nicht. Politiker- und Banker-Bashing nix dagegen. Eben hatte ich noch gedacht, ich tue mir selbst, den Menschen um mich, der regionalen Wirtschaft und der Umwelt einfach was Gutes. Ich fand die Firma so sympathisch und war begeistert vom Nachhaltigkeitskonzept, dem Bestreben immer noch besser, noch grüner und noch fairer zu agieren. Außerdem fand ich die Corporate Identity sehr stylisch <3.
Und urplötzlich sah ich mich halb im kriminellen Eck, in dunkle Machenschaften verstrickt, als penetrante Keilerin, die Entstehungsgeschichte RINGANAs tanzende Esoterikerin und was weiß ich was noch alles.

Ich muss wohl nicht näher ausführen, dass mich all dies in meinem weiteren Tun massiv eingeschränkt hat. Auf gut deutsch: ich hab mir gedacht, „so eine“ willst du doch nicht sein, da lässt du mal brav die Fingerchen davon.

Insofern habe ich was meine gerade erst geborene Tätigkeit als RINGANA-Partnerin angeht eine Wurschtigkeit an den Tag gelegt, die ihresgleichen sucht, gepaart mit einem Skeptizimus gegenüber der Vertriebsform, der sich gewaschen hat: bei jedem Futzelchen war ich überkritisch, vieles fand ich sowieso deppert (z.B. geh bitte, wozu brauch ich ein Visionboard?!? 😉 ) und überhaupt – man könnte mich fast borniert nennen.

Dennoch. Irgendetwas hat mich daran festhalten lassen. Irgendwann einmal, nach einem langen, laaaangen Dasein als mehr oder weniger inaktive RINGANA-Partnerin mit Tendenz zum Zynischen, wurde mir bewusst: offenbar passiert dir nichts Schlimmes. Es tut dir keiner was. Wenn du arbeiten willst, kannst du arbeiten. Wenn du dahinwurschteln willst, kannst du dahinwurschteln. Und wenn du nix tust, tust du halt nix. Es gibt kein Haar in der Suppe. Es ist ein Job wie jeder andere. Mit Seiten, die ich toll finde, und Seiten, mit denen ich nicht so gut kann.
Und irgendwann habe ich mich gefragt: was genau ist eigentlich mein Problem? Hätte ich genauso verschämt und zurückhaltend agiert, wenn ich einen eigenen kleinen Laden in der Innenstadt aufgemacht hätte? Oder hätte ich euphorisch alle zur Eröffnung eingeladen? Hätte ich niemandem davon erzählt, welche Produkte dort im Regal stehen? Oder hätte ich jedem davon vorgeschwärmt?
Eigentlich habe ich ja genau das gemacht: quasi einen Laden aufgemacht. Nur ohne Laden. Und entsprechend ohne finanzielles Risiko. Ziemlich gute Kombi, wenn man mich fragt.

Mir wurde klar: nicht ICH bin die frustrierte Ehefrau. Immerhin gibt es offenbar Menschen, die die Zeit dafür finden, in Foren aufs Böseste über andere Unternehmen herzuziehen, ohne den geringsten Hauch einer Ahnung von deren Arbeitsweise zu haben, Unwahrheiten verbreiten, sich über andere Berufe lustig machen und ihr persönliches vorurteilsbehaftetes Problem zu einem allgemeinen Problem hochstilisieren. Mir stellt sich mittlerweile nicht mehr die Frage, wer da wohl frustriert ist…

Gehirnwäsche? Geh bitte… let`s face it: Das ist schlicht und einfach ganz normale PR, wie jede Firma sie betreibt. Wenn ich als Therapeutin in eine Fortbildung gehe, wird mir auch die jeweilige Therapiemethode als die allerbeste verkauft. Bin ich Bäckerin, empfehle ich meinen Freunden nicht die Topfengolatschen der Konkurrenz. Wenn ich ein Mercedes-Autohaus besitze, fahre ich selbst nicht mit einem Toyota rum. Wenn ich Designerin bin, trage ich hoffentlich stolz meine eigenen Kreationen. Wenn ich selbst einen kleinen Schreibwarenladen mit hochwertigen Produkten betreibe, renne ich nicht zum Libro, weil`s mir bei mir selbst zu teuer ist. Außer ich bin wirklich eine miese Unternehmerin 😉

All diejenigen, die gerne den Spruch mit der Sekte bringen, muss ich leider enttäuschen: ich habe weder einen Schrein aus Fußbalsam, Zahnöl und Antifaltenserum zuhause, den ich allmorgendlich anbete, noch zünde ich jeden Abend ein Kerzerl zum Andenken an meine leeren Kosmetikflakons an, noch schlafe ich unter dem mit psychedelischen Farben verschönerten Konterfei des Firmengründers Andreas Wilfinger.
Okay, manche der Produkte wirken göttlich. Und manche unserer TeampartnerInnen schickt uns wohl der Himmel. Aber abgesehen davon kann man die Kirche im wahrsten Sinne des Wortes im Dorf lassen.

In diesem Sinne: Leben und leben lassen!

PS: Und wer jetzt glaubt: „Ach, wieder so eine regenbogenpupsende MLMlerin!“, der hat sich geschnitten: beim nächsten Mal geht`s nämlich richtig ans Eingemachte – mir geht nämlich auf die Nerven, wenn alles immer nur schöngeredet wird. Ich bin viel zu sehr „ehrliche Haut“, dass ich nicht auch Kritik loswerden wollen würde. Was ich also alles NICHT gut an Network-Marketing finde, und warum ich trotzdem gerne eine RINGANA-Partnerin bin, erfahrt ihr demnächst!

❤ Seelenstrip, Part I ❤
„Seelenstrip, Part II – die ungeschönte Wahrheit: so geht`s mir wirklich mit Network-Marketing!“ (folgt demnächst)
„Seelenstrip, Part III – Von Schneeball- und Pyramidensystemen und anderen Vorwürfen“ (folgt demnächst)

 

 

Schwarzbeerdatschi (Heidelbeernocken) ohne Zucker

 

Ob man nun Schwarzbeeren sagt, Heidelbeeren oder Blaubeeren: je blauer das Fruchtfleisch (und entsprechend Mund, Zunge und im Falle unseres Babys auch Finger, Gesicht, Haare und sonst eigentlich auch alles) desto besser. Denn der blaue natürliche Farbstoff enthält genau die Antioxidantien, die Heidelbeeren so gesund machen. Findet man bei den im Supermarkt üblichen Kulturheidelbeeren kaum mehr (die sind innen weiß). Umso mehr hat’s mich gefreut, als ich vor kurzem auf dem Markt Wildheidelbeeren entdeckt habe, noch dazu lose – da hüpft das Umweltschützerinnenherz ❤

Die süßen Dingerchen waren so reif und saftig, dass ich einen Teil davon sofort eingefroren, den anderen Teil zu Schwarzbeerdatschi verarbeitet habe. Das schmeckt nach Kindheit in den Salzburger Bergen: nachdem man mit dem Papa im Wald herumgekraxelt ist und Schwammerl und Beeren gebrockt hat, sich beim Bauern eine Brettljausn geteilt hat und anschließend zuhause stolz das volle Milchkandl mit den Köstlichkeiten an die Mama übergeben hat. Und die hat dann „wos Guads“ daraus gemacht: nämlich Heidelbeernocken.

Ich habe mir erlaubt das Rezept der wunderbaren Pongauer Haubenköchin Johanna Maier etwas abzuwandeln – zu einer Variante, die mit Dattelsüße statt normalem Zucker auskommt.

Backrohr auf 180° vorheizen.

40g Datteln in etwas Wasser einweichen. Nach 10 Minuten ausdrücken, und mit 40ml Milch und 40ml Wasser pürieren. Erhitzen.

100g Mehl mit einer Prise Salz und ca. 300g Heidelbeeren vermischen. Die warme Dattelmilch daruntermengen.

Ca. 30g Butter in einer großen Pfanne erhitzen, die Schwarzbeermasse 2 Minuten bei mittlerer Hitze anbacken. Anschließend im Rohr bei 180° für 10 Minuten fertig backen.

Mit Birkenzucker bestreuen und sofort servieren.

Die 60 wichtigsten Regeln, wenn du ein Baby bekommst

Wird man schwanger, hat man ja noch diese naive Idee, das Wichtigste wäre es sein Baby zu lieben, dann kann eigentlich nichts mehr schiefgehen.

Ja, denkste! Es gibt soooo vieles zu beachten, und keiner hält mit seiner Meinung hinterm Berg – manches Mal vorgeschoben zurückhaltend durch die Blume (um nicht das Wort „passiv-aggressiv“ in den Mund zu nehmen), manches Mal wird einem die Blume schonungslos über den Schädel gezogen. Was man alles falsch machen kann durfte ich hier ja schon mal grundlegend erläutern.

Wunderbar sind die vielen guten Tipps, die allernorts gefragt- und ungefragterweise auf einen einprasseln, sobald man ein Baby erwartet. Nachdem diese Informationsflut wirklich verwirrend sein kann, möchte ich mal Licht ins Dunkel bringen und habe für euch die wichtigsten Regeln zusammengefasst:

  1. Iss während der Schwangerschaft am besten gar nichts, denn so ziemlich jedes Lebensmittel  von A wie abgepackter Salat bis Z wie Zimt scheint gefährlich für dein Baby zu sein.
  2. Iss während der Schwangerschaft für zwei und v.a. alles, worauf du Lust hast – der Körper spürt was er braucht.
  3. Trinke keinen Pfefferminztee. Er stoppt den Milchfluß.
  4. Pumpe nicht ab. Dies regt deine Brust dazu an, noch mehr Milch zu produzieren.
  5. Wenn du zuviel Milch produzierst, pumpe ab, sonst bekommst du einen Milchstau.
  6. Gib deinem Kind keinen Zucker.
  7. Gib deinem Kind Zuckerkügelchen, wenn es krank ist.
  8. Viel Obst ist gesund!
  9. Lass dein Kind nicht zuviel Obst essen – der (Frucht-)zucker kann zu Diabetes führen.
  10. Achte auf palmölfreie Ernährung deines Kindes. Palmöl wirkt bei Babys kanzerogen.
  11. Benutze keinen Honig und Ahornsirup. Die unter Umständen darin enthaltenden Bakterien können beim Baby zum Ersticken führen.
  12. Fall nicht auf die Pharmaindustrie rein: gib deinem Kind keine Medikamente!
  13. Gib deinem Kind bei Fieber Medikamente, sonst riskierst du einen Fieberkrampf.
  14. Lass dein Kind ohne medizinische Hilfe sämtliche Krankheiten durchmachen, die es so aufschnappt – das ist völlig natürlich und trainiert sein Immunsystem
  15. Ist „Was es nicht umbringt macht es nur härter“ nicht etwas sehr zynisch gedacht beim eigenen Kind? Also nimm jede medizische Hilfe in Anspruch, die das Immunsystem deines Kindes im Krankheitsfall kriegen kann.
  16. Impfen ist böse und wurde nur von einigen mächtigen Männern erfunden, die darauf abzielen die ganze Menschheit für ihren eigenen Profit auszurotten. Also bitte nicht impfen.
  17. Wenn du nicht impfst, wird dein Kind unter Umständen an einer Masernkomplikation leiden, statt wegen der Zeckenimpfung  aufgrund von FSME schwer behindert werden, und du bist schuld daran, dass andere Kinder in der Kindergruppe mit Rotaviren angesteckt wurden. Bitte also doch impfen.
  18. Benutze keine Duftlampe. Ätherische Öle können zum Atemstillstand bei Babys führen.
  19. Reibe die Brust deines Babys bei Husten mit natürlichen Produkten wie ätherischen Ölen ein.
  20. Nur stilles Wasser, keine Säfte!
  21. Nicht zuviel Wasser, das Kind könnte eine Wasservergiftung bekommen.
  22. Keinen Lauflernwagen benutzen, es ruiniert die Wirbelsäule.
  23. Setz dein Baby nicht hin, bevor es sich nicht selbst aufsetzen kann.
  24. Füttere dein Baby auf jeden Fall im aufrechten Sitzen, denn in halbliegender Position verschluckt es sich.
  25. Füttere dein Baby gar nicht, lasse es von Anfang an selbst essen.
  26. Agiere bedürfnisorientiert.
  27. Setze Grenzen.
  28. Lass das Kind nicht im Elternbett schlafen, denn da kriegst du es nie wieder raus.
  29. Lass das Kind im Elternbett schlafen, es ist nur natürlich.
  30. Gib dem Baby keinen Schnuller, es könnte eine Saugverwirrung entwickeln.
  31. Füttere keines Falls mit der Flasche zu – es wird zu einem verfrühten Abstillen führen.
  32. Lass von Anfang an den Vater auch mit der Flasche füttern, schließlich leben wir im 21. Jahrhundert.
  33. Benutze keine Flaschennahrung, es ist unnatürliches Chemiezeugs.
  34. Dein Kind braucht regelmäßige Rhythmen – gewöhne ihm daher fixe Schlaf- und Essenszeiten an.
  35. Lass dein Kind schlafen, wenn es müde, und essen, wenn es hungrig ist.
  36. Schlafe nicht im selben Bett wie dein Baby. Das Risiko des plötzlichen Kindstodes ist dadurch erhöht.
  37. Schlafe im selben Bett wie dein Baby. Das Risiko des plötzlichen Kindstodes ist dadurch niedriger.
  38. Das Wichtigste, um dein Baby gesund zu erhalten, ist Hygiene.
  39. Übertreibe es nicht mit der Hygiene, sonst bekommt dein Kind Allergien.
  40. Koche Schnuller und Fläschchen nach jedem Gebrauch aus.
  41. Lass dein Kind das in den Sand gefallene Brot noch essen, denn das stärkt sein Immunsystem.
  42. Gib deinem Kind Brei ab dem 4. Monat.
  43. Stille dein Kind die ersten 6 Monate voll bzw. gib nur Pre-Milch.
  44. Gib deinem Kind überhaupt keinen Brei, sondern lass es erst essen, wenn es Familienkost mitessen kann.
  45. Führe vorsichtig ein Nahrungsmittel nach dem anderen ein, um Unverträglichkeiten zu vermeiden.
  46. Lass dein Kind von Anfang an alles kosten und essen, wenn es mag.
  47. Sei jederzeit bei deinem Baby und beschütze es. Es kann es noch nicht selbst.
  48. Gib deinem Baby viel Freiraum um zu experimentieren. Vertrau ihm.
  49. Trag dein Baby so viel wie möglich am Körper – der Mensch ist ein Tragling.
  50. Trag dein Baby nicht zuviel – es braucht genügend freie Bewegungsmöglichkeit für seine motorische Entwicklung.
  51. Ernähre dein Kind gesund.
  52. Lass dein Kind selbst aussuchen, was es essen möchte – Kinder spüren am besten, was sie gerade an Nährstoffen brauchen.
  53. Fördere dein Kind von Anfang an, um seine Talente zu unterstützen.
  54. Fördere dein Kind gar nicht, lass es ausschließlich frei spielen.
  55. Gib deinem Kind kein Fluorid – das ist Gift.
  56. Gib deinem Kind Fluorid, ansonsten bekommt es schlechte Zähne.
  57. Putze mit fluoridhaltiger Zahnpasta, so kommt das Fluorid dorthin, wo es gebraucht wird. Ja keine Fluoridtabletten!
  58. Putze nicht mit fluoridhaltiger Zahnpasta, bevor dein Kind selbstständig ausspucken kann, weil es sonst unkontrollierte Mengen davon schluckt – lieber Fluoridtabletten geben.
  59. Bringe deinem Kind bei, nur gesunde Lebensmittel zu sich zu nehmen.
  60. Bringe deinem Kind bei, lustvoll und mit Genuss zu essen.

Alles klar soweit?
Habt ihr auch noch ein paar wichtige Regeln für uns, die ich hier vergessen habe?

Oder vielleicht sollten wir uns doch auf die eingangs erwähnte wichtigste Regel konzentrieren:

❤ Liebe dein Kind ❤

PS: Ich habe die Thematik in diesem Beitrag mit einem Augenzwinkern behandelt. Das heißt aber nicht, dass ich mich über sämtliche oben erwähnten Regeln lustig mache – manche davon sind tatsächlich wichtig und werden auch bei uns praktiziert. Ihr dürft gerne raten welche 😉

Aluminium, Palmöl, Fluorid & Plastik – was ist dran an den Schreckgespenstern 2.0? Teil II

Vor kurzem habe ich mich dem Thema Aluminium in Deos, Sonnencremes und Nahrungsmitteln gewidmet. Heute ist Schreckgespenst Nr. 2 dran: das Palmöl.
Mittlerweile dürfte hinreichend bekannt sein, dass Palmöl in ökologischer Hinsicht ein höchst problematischer Rohstoff ist – schließlich ist in den letzten Monaten hinlänglich in den Medien über die umweltzerstörenden Monokulturen berichtet worden.
Für viele lautet die Konsequenz: kein Palmöl mehr verwenden. Macht das nun Sinn? Welche Aspekte sollte ich beim Palmöl-Konsum oder eben Nicht-Konsum mit einbeziehen?

Palmöl in Lebensmitteln

Also ich habe ja höchsten Respekt vor Menschen, die es schaffen, komplett ohne Palmöl in Lebensmitteln auszukommen. Es ist nämlich ohne übertreiben oder dramatisieren zu wollen einfach Ü-BER-ALL drin. So gut wie.
Fakt ist: alles, was Fett enthält und nicht selbst zuhause zubereitet wurde, hat so gut wie sicher Palmöl drin. Denn Palmöl ist einfach das am billigsten zu produzierende Pflanzenfett. Daher ist es auch weltweit das am häufigsten verwendete pflanzliche Öl.
Seit einiger Zeit reicht es bei Lebensmitteln nicht mehr aus, einfach nur „pflanzliche Fette“ als Inhaltsstoff anzugeben – die Verwendung von Palmöl muss am Produkt ausgewiesen sein.
Seither fällt auf: Palmfett ist im Supermarkt allgegenwärtig. Von den Chips über die Fertigpizza, vom Bio-Knabbergebäck für Kinder bis zur Babynahrung, von den Schokokeksen zur Nuss-Nougat-Creme, Eis, Blätterteig, Müsliriegel, Margarine, Brotaufstriche, Suppenwürfel, Kochsahne und und und – die Liste würde sich lange weiterführen lassen.
Auch beim Bäcker und in der Konditorei wird man üblicherweise fündig – für Gebäck, das ursprünglich mit Butter zubereitet wurde, wird nämlich meist aus Kostengründen auf das deutlich günstigere Palmöl zurückgegriffen. Das heißt Plundergebäck, Blätterteigtaschen, Torten und Croissants sind heutzutage zumeist mit Palmöl gebacken worden.

Warum ist das nun problematisch? Auf den ersten Blick ist das Palmöl ja ein Segen für die Lebensmittelindustrie: der Markt verlangt nach Fett, und Palmöl lässt sich sehr billig in großen Mengen produzieren, es ist geschmacksneutral, hat gute Koch- und Backeigenschaften, und ist ein guter Energiespender. Eigentlich also ideal. Oder?

Leider nein. Die riesige Nachfrage nach billigem Palmöl führt dazu, dass durch Konzerne unglaublich große Flächen Regenwald gerodet, ganze Landstriche zerstört und die ärmliche Landbevölkerung ihrer Lebensgrundlage beraubt wird.

Gleichzeitig muss man aber bedenken, dass immerhin ganze Staaten mehr oder weniger von der Palmölindustrie leben – für die Menschen wäre es eine Katastrophe, würde ihnen plötzlich dieser Markt wegbrechen. Darüber hinaus würde man ja eine Alternative brauchen. Wo das Fett hernehmen, wenn nicht herzaubern? Es ist kein anderer Rohstoff bekannt, der Palmöl ersetzen könnte und nicht ebenso mit Raubbau an Mensch und Umwelt verbunden wäre. Egal ob Sonnenblumen-, Soja- oder Rapsöl: man bräuchte mindestens 3x so große Anbauflächen, um dieselbe Menge wie Palmöl herstellen zu können. Besonders eklatant ist der Vergleich mit dem (auch bei mir) beliebten Kokosöl: sage und schreibe 7 Hektar Kokospalmen bräuchte man, um dieselbe Menge Öl produzieren zu können wie 1 Hektar Ölpalmen. Jegliche Alternative würde unweigerlich wiederum zu entsprechendem Massenanbau führen, um den Bedarf am Weltmarkt decken zu können. Da beißt sich also die Katze in den Schwanz. Einfach ein anderes Öl zu verwenden mag also unser schlechtes Gewissen beruhigen, bringt aber de facto nicht wirklich was. Am ehesten macht es noch Sinn, möglichst viele unterschiedliche Öle in Bioqualität und aus nachhaltigem Anbau zu beziehen – auch das Palmöl. Weil was können die armen Palmölbauern, die sich um einen nachhaltigen Anbau bemühen (ja, die gibt`s auch), dafür, wenn Palmöl plötzlich komplett boykottiert wird?

Was jedoch abgesehen von den ökologischen Aspekten eine Rolle in unserer Konsumentscheidung spielen sollte, ist natürlich unsere Gesundheit: da wir nämlich wegen der einseitigen Verwendung von Palmöl in ready-to-eat-Produkten weit mehr Palmöl zu uns nehmen, als gut für uns ist. Palmöl – v.a. die raffinierte Variante – enthält einen irrsinnig hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren. Werden diese regelmäßig und über einen langen Zeitraum eingenommen, leiden darunter auf Dauer Herz und Leber.

Außerdem warnt eine Studie der europäischen Lebensmittelbehörde Efsa von 2016 davor, dass Palmöl zwar in seiner Ursprungsform unbedenklich sei,  jedoch um für Lebensmittel eingesetzt werden zu können, auf 240 Grad erhitzt werden muss. Dabei entsteht Glycidol, das wiederum von der Internationalen Agentur für Krebsforschung als „wahrscheinlich krebserregend für den Menschen“ eingestuft wird. Gesundheitliche Bedenken bestünden laut Efsa für alle Altersgruppen bei einem hohem Verbrauch von Palmöl, für Kinder allerdings schon bei „normalem“ Verbrauch. Besonders besorgniserregend seien bereits kleine Mengen an Glycidol für Babys. Was ich übrigens eine relativ alarmierende Aussage finde, wenn man bedenkt, dass so ziemlich jedes Milchpulver in der Drogerie Palmöl enthält.

Also nun doch vollkommen auf Palmöl in Lebensmitteln verzichten?!
Ich persönlich achte v.a. bei Nahrungsmitteln, die ich speziell für unser Baby kaufe, darauf, dass sie palmölfrei sind. Auch für uns Erwachsene versuche ich, auf palmölfreie Alternativen zurückzugreifen, und zumindest grob im Auge zu behalten, dass Palmöl im Vergleich zu anderen Ölen nicht überhand nimmt. Komplett darauf zu verzichten macht für mich persönlich nicht so viel Sinn, denn dann müsste ich auch von Sonnenblumen-, Maiskeimöl & Co. absehen, die in großen Mengen genossen ja auch als gesundheitsschädlich und krebserregend eingestuft werden. So wie sehr viele andere Lebensmittel ja auch – wenn man alles, was potentiell bei hohem Konsum gesundheitsschädlich sein könnte, weglassen würde, würde bald nix mehr übrigbleiben. Denn an manchen Stellen wird ja auch vor Tomaten, Kartoffeln, Rhabarber, Zucchini, Kürbis, Marillen, Gurken und was weiß ich was allem gewarnt, da Nitrosamine hier, Blausäure da, dort ein paar Alkaoide und drüben ein bisserl Curcubitacin, und so schnell kann man im Internet gar nicht weiterklicken, hat sich jemand in Nachricht A tödlich an der selbst angebauten Zucchini vergiftet oder war in Artikel B nach dem Verzehr von Marillen gelähmt. Und beim nächsten Mal bekommt man wahrscheinlich allein deswegen Krebs, wenn man den Strunk einer Tomate nur anschaut, weil unsere Psyche vor lauter Sorge darum quasi schon auf Krebs programmiert ist.
Nein nein, hier versuche ich also die Kirche im Dorf zu lassen und halte es mit Paracelsus: die Dosis macht das Gift. Am gesündesten ist es wahrscheinlich, generell bei Fett aufzupassen, dass man mengenmäßig nicht übertreibt, es nicht zu sehr erhitzt und außerdem eine ausgewogene, abwechslungsreiche Bandbreite an verschiedensten Ölen verwendet.

Und kocht und bäckt man vorwiegend selbst mit hochwertigen Ölen, so ist es plötzlich gar nicht mehr so schwierig, den Palmölkonsum zu reduzieren.

Puh, und nachdem das jetzt schon eine ganze Menge an Information war, verschiebe ich das Thema Palmöl in Kosmetik und täglichen Verbrauchsartikeln lieber auf`s nächste Mal…

 

Food-Upcycling: Diese Küchenabfälle solltest du in Zukunft nicht mehr wegwerfen

Erdbeerreste

Aus den Kapperln und matschigen Stellen von Erdbeeren lässt sich ein ganz simpler Sirup zaubern: einfach mit Zucker und Wasser reduzierend kochen und in ein sauberes Gefäß abseihen. Die grünen Blätter dürfen beim Kochen übrigens dran bleiben!

Schmeckt gut zu einer Kugel Vanilleeis, über dem Müsli oder zu Pancakes.

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Spargelreste

Die holzigen Teile und Schalen von weißem Spargel mit Wasser und Salz zu einer klaren Suppe auskochen. Die Brühe schmeckt super, wenn man z.B. Risotto damit aufgießt.

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Gemüse- und Kräuterreste

Die Stängel von Petersilie, die Schalen von Karotten, die Blätter von Kohlrabi, das Grün von Karotten, sämtliche Reste von Zucchini, Tomaten, Paprika, Zwiebeln und was einem sonst noch alles einfällt: alles pürieren, trocknen, salzen und nochmals zu ganz feinem Pulver in der Küchenmaschine verarbeiten. Wird wie Suppenwürze bzw. Brühwürfel verwendet.

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TIPP: v.a. bei Rezept Nr. 3 empfiehlt es sich, eine Zeit lang die Reste zu sammeln und erst zu verarbeiten, wenn sich genug angesammelt hat – am besten einfach in einer Dose im Gefrierfach aufbewahren!

Happy Food-Upcycling!

Aluminium, Palmöl, Fluorid & Plastik – was ist dran an den Schreckgespenstern 2.0? Teil I

„Neulich habe ich festgestellt, dass Naturkosmetiksonnencremes Aluminium  beinhalten – ich war so schockiert, jetzt schmiere ich meine Kinder lieber gar nicht mehr ein!“

„Laut codecheck ist in meiner Gesichtspflege Palmöl drin. Geht ja gar nicht!“

„Oh Gott, mein Kinderarzt hat uns Fluor-Tabletten (sic!) verschrieben. Ich vergifte doch nicht mein Kind mit diesem Dreckszeug.“

„Bio hin oder her – das ist in einer Plastikflasche, sowas kauf ich nicht.“

Als vielseitig interessierter, nachhaltig denkender und Inhaltsstoffe kritisch hinterfragender Mensch kommt man heutzutage nicht umhin, regelmäßig solche Sätze in entsprechenden Facebook-Diskussionen zu lesen.

Das Engagement dieser Personen in allen Ehren – ich zähle mich selber zu den Bio-Aficionadas, und ich finde es großartig, dass die Menschen nicht mehr einfach alles so hinnehmen, wie es ihnen die Werbung und Großkonzerne vor den Latz knallen – aber teilweise nimmt das schon Blüten an, da fühle ich mich als Mensch, der immer den Ausgleich und die Mitte sucht, einfach bemüßigt gegenzusteuern.

Nicht dass ich die Weisheit mit Löffeln gefressen habe, und ich bin weder Chemikerin, Ernährungswissenschaftlerin, Medizinerin, Pharmazeutin oder sonst irgendwie einschlägig ausgebildet. Aber GERADE deswegen muss ich mich immer wieder daran erinnern, dass Google keine jahrzehntelange Forschungstätigkeit ersetzt, Facebooklinks nicht immer seriös sind und der Umstand, dass ich zehn Artikel über ein Thema gelesen habe, mich noch lange nicht zur Expertin macht.
Kurz: gerade WEIL ich keine Ahnung habe, muss ich die Sache differenziert betrachten. Und manchmal fällt es mir durchaus schwer, „liebgewonnene“ Konstrukte wieder zu verwerfen, einfach weil ich zugeben muss, dass ich zwielichtigen Quellen auf den Leim gegangen bin, ich einseitig und zu oberflächlich informiert war oder sich schlicht und einfach mittlerweile andere Theorien plausibler darstellen.

Manchmal scheitert`s einfach an der Komplexität der Thematik. Einfache Antworten sind halt um so viel praktischer als komplizierte. Stoff A gut, Stoff B böse. So hätten wir`s gern, denn so würden wir uns als Nicht-ExpertInnen und einfache KonsumentInnen viel leichter tun.

Nur das spielt`s leider in der Natur nicht. Und in der Chemie auch nicht. Und da fängt die erste Konfusion schon mal an: spricht man davon, dass organischer Schwefel so gesund ist, sind die Menschen begeistert. Empfiehlt man ihnen, Methylsulfonylmethan einzunehmen, denken sie, man wolle sie vergiften. Ist aber dasselbe. Auch Wasser kann wahnsinnig gefährlich klingen – wenn man es Dihydrogenmonoxid nennt.

Das ist jetzt ein alter Hut, aber dennoch habe ich manchmal den Eindruck, dass das noch nicht bei allen angekommen ist: die ganze Natur besteht aus Chemie. Es gibt nichts, das nicht Chemie ist. Sie ist allgegenwärtig, und deswegen sollte man sich von solchen Worten, so befremdlich sie auch klingen mögen, nicht gleich abschrecken lassen.

Jetzt fasse ich mich mal selbst an der Nase, denn ich habe auch immer wieder gern so knackige Slogans wie „Natur statt Chemie“ oder „ohne chemische Inhaltsstoffe“ verwendet  – und bemerke jetzt, wie ich dadurch zu dieser Verwirrung und Desinformation der Menschen beigetragen habe. Für mich war zwar immer klar, dass ich in dem Zusammenhang Chemie als „künstlich“, also quasi abkürzend „nicht aus der Natur, sondern aus dem Chemielabor stammend“, gemeint habe – aber bei manchen entsteht dann wohl ein falsches Bild. Und Worte sind mächtig. Daher bemühe ich mich jetzt darum, statt „chemisch“ das Wort „synthetisch“ zu verwenden.

In meinen nächsten Blogbeiträgen möchte ich gerne auf die einzelnen oben zitierten Sätze eingehen und die Thematik differenziert angehen – was davon ist wahr, was davon ein Missverständnis? Sehr häufig liegt die Antwort irgendwo in der Mitte und hängt von vielen Faktoren ab, soferne ich das beurteilen kann.
Heute starten wir mal mit dem Schreckgespenst Nr. 1 in meiner Liste: dem Aluminium.

Aluminium in Sonnencremes, Deos und Nahrungsmitteln

Ich muss gestehen: Aluminium ist in den letzten Jahren dermaßen verteufelt worden, dass es mich auch zunächst geschreckt hat, als ich das Wort in der INCI-Liste meines heißgeliebten Sonnenschutzbalsams erspäht habe. Und ich bekomme diesbezüglich auch immer wieder irritierte Nachfragen seitens meiner KundInnen.

Erste Reaktion meinerseits: Cool, die Leute fragen nach! Die kaufen nicht mehr unreflektiert jeden Schmarren.
Die Medien tragen einen wichtigen Teil dazu bei, dass sowas wie „Aluminium in Deos ist Scheiße!“ zum Allgemeinwissen wird.

Die Krux an der Sache ist nur, dass Medien dazu neigen, die Dinge recht einfach und plakativ darzustellen, damit es ja auch in den Köpfen der Menschen ankommt. Dann wird das in Foren, auf Facebook und Blogs (schuldig!) so oft wiedergekäut, bis es auch noch beim letzten Zweifler bombenfest sitzt.
Und so eine ultimative neue „Wahrheit“ dann aus den Gehirnen wieder „rauszudifferenzieren“, ist echt schwer.
Im Falle der Sonnencremes kann das offenbar so weit gehen, dass manche Menschen sogar eher riskieren, dass ihre Kinder später an Hautkrebs erkranken, als Sonnencreme zu verwenden. Und das obwohl die kanzerogene Wirkung der Sonne bewiesen ist, wohingegen die gesundheitsschädliche Wirkung von Aluminium zwar im Raum steht, aber letzlich noch gar nicht geklärt ist. So gesehen wäre das Aluminium ja zumindest das kleinere Übel, wenn man mich fragt. Wobei es nicht einmal ein Übel sein muss, aber dazu komme ich später noch.
Jedenfalls debattieren sich dann die Fachleute um Kopf und Kragen, um so entstandene Ängste und Mythen wieder aufzulösen bzw. zumindest ins rechte Licht zu rücken.

Aluminium ist nämlich nicht Aluminium.

Wenn vom „bösen“ Aluminium in Kosmetik die Rede ist, müsste man korrekterweise von „Aluminiumsalzen“ oder Aluminiumhydroxychlorid sprechen. Das sind wasserlösliche Verbindungen, die Aluminium freisetzen können, was äußerst bedenklich ist. Das ist das klassische „Deo-Aluminium“.

Allerdings gibt es auch wasserunlösliche, sogenannte inerte Aluminiumverbindungen, wie z.B. Alumina oder Aluminiumoxid – diese sind so stabil miteinander verbunden, dass das Aluminium nicht freigesetzt werden kann. Diese Art von Aluminium wird z.B. in mineralischen Sonnencremes eingesetzt, um die Lichtschutzpartikel zu ummanteln und die Creme streichfähig zu machen.

Das heißt, es kommt darauf an, in welcher Form das Aluminium daherkommt, ob es für unseren Organismus bedenklich ist oder nicht. Ein anderes Beispiel dafür, wie wichtig es ist sich die Art der chemischen Verbindung anzuschauen, ist Chlor. Chlor als alleiniges Element ist hochgiftig. Allerdings gibt es stabile Verbindungen, in denen wir es problemlos zu uns nehmen können. Eine davon essen wir sogar permanent. Und zwar Chlor in der Verbindung mit Natrium: Natriumchlorid = Speisesalz. Isoliertes Natrium ist übrigens hochexplosiv. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich hatte noch nie eine Salzvergiftung oder bin beim Essen explodiert. Gottlob.

Aluminiumoxid ist also, auf die Haut aufgetragen, vollkommen unbedenklich und selbstverständlich naturkosmetikkonform. Allerdings sollte man vorsichtshalber Sonnencremes mit Nanopartikeln vermeiden, da letztere so winzig sind, dass noch nicht geklärt ist, ob diese nicht doch in unseren Organismus gelangen können. Also im Zweifelsfall gegen den Angeklagten entscheiden, und eine rein mineralische Sonnencreme ohne Nanotechnologie wählen (z.B. RINGANA Sonnenschutzbalsam, Eco Cosmetics Sonnencreme).

Aluminium ist das dritthäufigste Element der Erdkruste. Es kommt in Tonerde vor, in Edelsteinen wie Saphiren und Rubinen (auch Korund genannt), in Gneis und Granit. Da es in der Erde quasi omnipräsent ist, beinhaltet so gut wie jedes natürliche Lebensmittel auch Aluminium. Was an sich auch noch nicht so das Problem wäre, da dies trotzdem noch vergleichweise geringe Mengen sind. Und was wäre die Alternative? Nix mehr essen ist wohl genausowenig die Lösung wie nur mehr synthetisch hergestellte Nahrung zu uns zu nehmen.

Da unsere Böden aber leider immer säurehaltiger werden, nehmen Pflanzen vermehrt Aluminium auf (Säure und Salze lösen Aluminium). Bereiten wir säure- bzw. stark salzhaltige Lebensmittel außerdem in billigem Geschirr zu, grillen auf Alutassen, wickeln Reste in Folie ein oder trinken Säfte aus Aluflaschen, so nehmen wir unter Umständen schon allein über unsere tägliche Ernährung eine bedenkliche Menge an Aluminium in uns auf.

Fazit: Wir sollten uns dafür einsetzen, dass unsere Böden nachhaltig und biologisch bebaut werden, indem wir entsprechende Produkte kaufen und so Angebot und Nachfrage beeinflussen. Wir sollten auf hochwertiges, alufreies Geschirr im Alltag achten. Wir sollten Aluminiumsalze bzw. Nanopartikel in Kosmetik vermeiden. Wir sollten uns aber definitiv vor zu intensiver Sonneneinstrahlung schützen – und wer das nicht mit den üblichen synthetischen, hormonell wirksamen UV-Filtern machen möchte, ist mit nanofreien mineralischen UV-Filtern bestens beraten.

 

PS: Die nächsten Male traue ich mich über die Themen Palmöl, Fluorid (davor fürcht ich mich schon…) und Plastik.